Auch Belohnungssystem?
Statt Elterntaxis: Hammer Schule plant „sicheren Haltepunkt“
Blockierte Einfahrten und Gehwege, waghalsige Wendemanöver und Eltern, die ihre Kinder am liebsten bis vor die Klasse fahren würden: „Elterntaxis“ sind auch an vielen Hammer Schulen ein Problem.
Hamm – Die Geistschule im Hammer Westen bildet beim Thema Elterntaxis keine Ausnahme. Doch es zeichnet sich eine Lösung ab, wie auf der Bezirksvertretersitzung in der Mensa des Märkischen Gymnasiums deutlich wurde. Dabei stand das Thema gar nicht auf der Tagesordnung.
Erst unter dem Punkt „Verschiedenes“ wies CDU-Ratsfrau Birgit Borgmann nach Hinweisen von Eltern auf die morgendlichen Probleme vor allem auf der Titaniastraße, aber auch auf der Straße Auf der Geist hin. Hier hielten Eltern beispielsweise vor den Pollern des Verbindungswegs zur Schule, um ihre Kinder aussteigen zu lassen. Danach müssten sie rückwärts auf die Straße setzen.
Borgmann erwähnte in diesem Zusammenhang die Stadt Gummersbach, wo gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Schulwegsituation ergriffen wurden. Neben der Einrichtung von Hol- und Bringzonen gibt es hier ein Anreizprogramm, bei dem Kinder, die zu Fuß zu Schule kommen, Zaubersterne für ihre Klasse sammeln können. Bei genug Punkten können sich die Klassen beispielsweise auf längere Pausen oder weniger Hausaufgaben freuen. Das könnte auch, wie Borgmann findet, ein Modell für Hamm sein.
Problem mit Polizei und KOD besprochen
Und das ist es in der Tat: Schon seit dem Frühjahr sei man an dem Thema dran. Das Problem der „Elterntaxis“ sei auf der monatlichen Sicherheitskonferenz mit dem KOD und den Bezirksbeamten der Polizei thematisiert worden, berichtete Bezirksbürgermeister Axel Püttner. Es habe auch schon Kontakt zur Stadt und zur Geistschule gegeben. Wie Püttner nach einem Gespräch mit Schulleiter Michael Sarkander am Mittwoch sagte, habe dieser inzwischen auch schon begonnen, das Thema innerhalb der Schulgemeinde zu kommunizieren.
Doch was genau ist an der Geistschule geplant, um das morgendliche Verkehrschaos rund um die Schule in den Griff zu bekommen? Wie Püttner weiter ausführte, soll dort das Projekt „Sicherer Haltepunkt“ in Zusammenhang mit einem Belohnungssystem, ähnlich dem in Gummersbach, umgesetzt werden. Zugute kommt der Schule dabei ihre Lage direkt am Titaniapark.
Einbahnstraßensystem auf Parkplatz
Denn auf dem dortigen Parkplatz soll, wie Püttner ankündigte, eine Hol- und Bringzone eingerichtet werden – und zwar mithilfe eines Einbahnstraßensystems. Von dort aus könnten die Kinder dann über einen kleinen Fußweg die Geistschule von der rückwärtigen Seite erreichten. Geklärt werden müsse in diesem Zusammenhang unter anderem noch die Frage der Beleuchtung. Natürlich könnten die Kinder auch über den Gehweg an der Oberonstraße und der Titaniastraße zur Schule gelangen. Das alles habe noch einen positiven Nebeneffekt: „Wenn die Kinder nicht direkt vor der Schule rausgelassen werden, sind sie länger an der frischen Luft“, verdeutlichte er.
Sowohl Birgit Borgmann, als auch SPD-Fraktionschef Christopher Magh begrüßten die Einrichtung eines „Sicheren Haltepunkts“. Allerdings wird sich dieser nicht vor jeder Schule umsetzen lassen. Püttner: „Es hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab.“ An der Geistschule könne man auf den Parkplatz am Titaniapark zurückgreifen. Schwieriger dürfte es hingegen werden, auch im Umfeld der Schillerschule so etwas einzurichten. Auch die Situation an der Selmigerheideschule müsse gesondert betrachtet werden.
Ausgestaltung von Belohnungssystem offen
Mit Hinweis auf die noch zu erfolgenden Absprachen konnte der Bezirksbürgermeister am Mittwoch nicht sagen, wann der „Sichere Haltepunkt“ an der Geistschule eingerichtet wird. Er hoffe aber auf eine zeitnahe Umsetzung. Wie das Belohnungssystem als pädagogische Begleitung ausgestaltet werde, sei Sache der Schule.
Hier widersprach Püttner der Anregung Borgmanns, das Thema stadtweit zu behandeln. Noch vor sechs Jahren - im Jahr 2016 - hatten sich die Polizei und die Stadtverwaltung einvernehmlich gegen „Elternhaltestellen“ an Schulen und Kitas ausgesprochen.
Projekt an Hermann-Gmeiner-Schule
Mit ähnlichen Problemen wie die Geistschule hatte lange Zeit auch die Hermann-Gmeiner-Schule im Hammer Westen zu kämpfen. Dort wurden im Mai die Verkehre kanalisiert. In Zusammenarbeit mit der Schulleitung, der Polizei und vor allem mit der Hammer Straßenverkehrsbehörde wurden die Parkplätze am Bonifatiusweg als Lehrerparkplätze ausgewiesen, die nur von den Mitarbeitern mit entsprechenden Ausweisen benutzt werden dürfen. Im Bereich der Holstenstraße wurden dagegen Schilder installiert, die entsprechende Ein- und Aussteigebereiche für Kinder anzeigen, die sogenannten „Eltern-Taxi-Haltestellen“. Der Weg zum Schulhof wurde zudem markiert. - stg/pk
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