Neues Konzept im Hammer Süden
Tierpark soll Schmuckstück werden: Fragen und Antworten
Hamm - Die große Koalition will aus dem Hammer Tierpark ein Schmuckstück machen. Insbesondere für junge Familien soll er attraktiv sein und bleiben. Deshalb beauftragt sie die Verwaltung, ein Konzept zur Entwicklung des Tierparkes zu erarbeiten. Im nächsten Jahr könnte der Umbau beginnen.
Damit spricht sich die große Koalition klar für den Hammer Tierpark und seine Bedeutung als Freizeiteinrichtung für die Stadt Hamm aus. Der Aufsichtsrat des Tierparks hatte im Sommer 2017 das Entwicklungskonzept 2025 erarbeitet. Es soll nun als Arbeitsgrundlage dienen. Die Überlegungen der Verwaltung können aber darüber hinaus gehen, hieß es bei einem Pressetermin im Tierpark.
Dort stellten SPD-Fraktionsvorsitzender Justus Moor und sein Pendant von der CDU, Dr. Richard Salomon, den Antrag der großen Koalition vor. Moor will „keine Mäuseschritte, sondern einen Tigersprung“ im Tierpark realisieren. Salomon spricht von einem großen Wurf, der „keine kosmetische Verbesserung“, sondern ein neues ganzheitliches Konzept beinhaltet. Es reiche nicht, die Gitter zu streichen, sagte der Ratsherr.
Warum braucht der Tierpark ein neues Konzept?
Der Tierpark ist in die Jahre gekommen. Viele Gehege und Anlagen sind sanierungsbedürftig. „Infrastruktur, Spielflächen und Gastronomie müssen modernisiert werden“, heißt es im Antrag der großen Koalition.
Was soll sich verändern?
Der Antrag der großen Koalition umfasst sechs Punkte, die die Verwaltung berücksichtigen soll. Sie soll das Konzept erstellen.
- Die Gehege und die Unterbringung der Tiere sollen möglichst naturnah gestaltet werden. Dabei soll das Wohl der Tiere im Vordergrund stehen.
- Die Aufenthaltsqualität soll durch einen neu gestalteten Eingangsbereich, eine zeitgemäße Gastronomie und moderne Spielplätze verbessert werden. Dazu könnten Aufenthalts- und Veranstaltungsräume gebaut werden. Auch die Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten sollen erneuert werden.
- Prüfen soll die Verwaltung die Erreichbarkeit des Tierparks. Es sollen genügend Parkplätze errichtet werden, Busse sollen den Park häufiger anfahren. Die vorhandene Waldfläche – für deren Erhalt sich eine Bürgerinitiative gegründet hatte – soll nicht angetastet werden und bestehen bleiben.
- Die Mitarbeiter sollen neue Büro- und Sozialräume erhalten. Umkleiden und der Betriebshof sollen erweitert werden. Auch die sanitären Einrichtungen sollen ausgebaut werden – für Mitarbeiter und Besucher.
- Außerdem soll sich die Verwaltung mit dem städtischen Tierasyl befassen und prüfen, ob es saniert oder neu gebaut werden sollte.
Was kostet das Ganze?
Das sagten die beiden Fraktionsvorsitzenden gestern nicht. Die Verwaltung solle die Kosten prüfen. „Dafür beauftragen wir bereits jetzt die Verwaltung, damit seriöse Zahlen erarbeitet werden können und diese schon im kommenden Doppelhaushalt eingeplant werden“, sagte Salomon.
Steigen die Eintrittspreise?
Genau das wollen SPD und CDU nicht. Die Fraktionen wollen den Tierpark als zukunftsfähige Freizeiteinrichtung stärken und für junge Familien attraktiv halten. Das, so heißt es in dem Antrag, soll „nicht zuletzt durch familienfreundliche Eintrittspreise“ geschehen.
Wann kann mit der Modernisierung begonnen werden?
Im kommenden Jahr. Eine Voraussetzung dafür ist aber, dass die Verwaltung nun zügig ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das der Rat dann beschließt. Wann die Arbeiten abgeschlossen sind, dazu machten die Politiker gestern keine genauen Angaben. Realistisch erscheint es, dass bis dahin noch sieben oder acht Jahre vergehen.
Wie viele Besucher kommen in den Tierpark?
Der Tierpark ist eine – vor allem bei Familien mit Kindern – beliebte Freizeiteinrichtung in der Stadt. „Auch in diesem Jahr werden wieder mehr als 170.000 Gäste aus Hamm den Tierpark besuchen“, schätzt Tierpark-Geschäftsführer Kay Hartwich. Damit setze sich der äußerst erfolgreiche Trend der vergangenen Jahre fort.