Heinrich Robert
Nach Randale-Ausflug zur Zeche: Namen der Vandalen wohl bekannt - Diskussionen über Video
Am Montag randalierten mehrere Jugendliche auf der ehemaligen Zeche Heinrich Robert. Es war nicht das erste Mal, dass das Creativrevier ungebetenen Besuch erhalten hatte.
Pelkum/Herringen - Das weitläufige Zechenareal mit seinen historischen Gebäuden ist ein beliebtes Objekt bei den Fans der „Lost Places“ (deutsch: verlorene Orte). Die seien aber nicht, wie Inhaber Jürgen Tempelmann sagte, nur auf Zerstörung aus. In einem anderen Fall hatten nächtliche Besucher im Lichthof den Inhalt von Feuerlöschern geleert.
Creativrevier: Mindestens 14 Vorfälle allein seit 2019
Seit 2019 haben sich nach Angaben der Polizei in mindestens 14 Fällen Menschen illegal im Creativrevier aufgehalten. 2019: 6 Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch (alle mit Tatverdächtigen/Beschuldigten), 3 Strafanzeigen wegen Diebstahl/Einbruch (alle ohne Tatverdächtige/Beschuldigte), 3 Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung (alle mit Tatverdächtigen/Beschuldigten); 2020: 1 Strafanzeige wegen Diebstahl/Einbruch (ohne Tatverdächtigen), 1 Strafanzeige wegen Sachbeschädigung (mit Tatverdächtigem); 2021: 1 Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch (mit Tatverdächtigen/Beschuldigten) und der Sachverhalt von Montag (Strafanzeige wegen Sachbeschädigung/Hausfriedensbruch).
Erstmals suchten die Verantwortlichen nun aber auf eigene Faust mit Ausschnitten eines Überwachungsvideos nach den Eindringlingen. In dem 38 Sekunden dauernden Video sind verschiedene Sequenzen zu erkennen. Zur Erklärung: Die Kameras laufen nicht in Dauerschleife, sondern nehmen nur dann auf, wenn sich etwas bewegt. Und in diesem Fall waren das die Jugendlichen, die mit ihren auffälligen Fahrzeugen über das Gelände fuhren und an der einen oder anderen Stelle blinde Zerstörungswut walten ließen. Beschädigt wurden Scheiben am Pförtnerhäuschen, an einer Werkstatt und im Bereich der Kaue.
Überhaupt erlaubt, das Video ins Netz zu stellen?
Im Netz war die Wut groß, das Video wurde fast 35.000 Mal angeklickt und hundertfach kommentiert. Dabei wurde aber auch die Frage gestellt, ob die Videos aufgrund des Datenschutzes beziehungsweise des Persönlichkeitsrechts überhaupt ins Netz gestellt werden durften: „Fahndung nach den Tätern in Eigenregie, das auch noch in Deutschland – wenn das nicht am Ende auch noch obendrein rechtlichen Ärger für die Geschädigten gibt, weil ja ausschließlich die Behörden das Fahndungsmonopol haben“, hieß es in einem Kommentar.
Von einem „schwierigen Feld“ sprach Polizeisprecher Hendrik Heine, der die Frage, ob das Persönlichkeitsrecht verletzt wurde, nicht eindeutig beantworten konnte. „Unseres Erachtens liegt aber keine Verletzung vor.“ Heine begründete dies damit, dass die Gesichter der Jugendlichen als solche nicht zu erkennen seien. Sie hätten die meiste Zeit einen Helm getragen.
Anzeigen gegen konkrete Personen
Die Ruhrstadt Event GmbH als Eigentümerin der Gebäude hatte noch am Abend Anzeige erstattet – zunächst gegen unbekannt. Aufgrund von Zeugenhinweisen habe man die Taten aber bestimmten Personen zuordnen können und Anzeige gegen sie erstattet, so Tempelmann.
Heine bestätigte, dass man konkrete Hinweise auf die Jugendlichen erhalten habe. „Denen gehen wir jetzt nach.“ Gegen sie werde wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung ermittelt.
