Fünf Konzepte unter einem Dach

Musiktempel auf der "Meile": Das sind die Pläne für den "Pirates"-Neubau

Der Neubau des „Pirates“ an der Südstraße (hier eine Zeichnung) umfasst mehrere Gastronomieeinheiten, Büros und Wohnraum.
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Der Neubau des „Pirates“ an der Südstraße (hier eine Zeichnung) umfasst mehrere Gastronomieeinheiten, Büros und Wohnraum.

Hamm – Die Stadt macht den Weg für den Neubau des „Pirates“ an der „Meile“ frei. Auf einem unbebauten Grundstück an Süd- und Nassauerstraße soll bis Ende 2020 ein Gaststätten-Komplex mit Bars, Cafés, Clubs, Büros und Wohnungen entstehen. „Pirates“-Wirt Karsten Plass investiert 2,8 Millionen Euro. Im Mai soll der Bebauungsplan geändert werden.

Plass verfolgt seit 2014 Pläne für eine „Pirates“-Erweiterung. War zunächst ein spektakuläres Piratenschiff auf einer Freifläche hinter dem dem bisherigen „Pirates“ geplant, wird nun konventionell gebaut. 

Vorgesehen ist ein L-förmiges, dreistöckiges Gebäude neben und hinter dem denkmalgeschützten Altbau. Der Entwurf stammt vom Hammer Architekten Lothar Hinkelmann. Plass plant einen modernen Vergnügungstempel an der „Meile“. In dem Neubau sollten fünf Konzepte verwirklicht werden, sagt er: das „Pirates“ als Heavy-Metal-Club, der Dance Club „Black Rose“, in dem auch Konzerte gespielt werden sollen, die Party- und Schlagerbar „Candy‘s Club“, die Dachterrassenbar „Rooftop“ und das „Coffee House“, eine Verbindung aus Bistro, Café und Foyer. Den „King’s Pub“, der sich auf der gegenüberliegenden Seite der Südstraße befindet, will Plass dafür aufgeben.

"Road-House" im Altbau  

Für den „Pirates“-Altbau, der ihm nicht gehört, habe er ein Nachfolge-Konzept namens „Road House“, dessen Umsetzung sei aber noch nicht sicher. Im Neubau sind zusätzlich zur Gastronomie auch Büros und Wohnungen vorgesehen. Im 1. Obergeschoss stehen demnach 420 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung, sagte Plass, im 3. Ober- und im Dachgeschoss sei Platz für zwei oder drei Wohneinheiten. 

Gespräche über Grundstücksverkauf

Um seinen Plan verwirklichen zu können, muss Plass der Stadt Gelände abkaufen, das bisher als „Pirates“-Biergarten, Taxistand und Stellplätze (an der Nassauerstraße) genutzt wird. Es liefen entsprechende Gespräche, sagte ein Stadtsprecher auf Anfrage. Die Stellplätze auf dem Santa-Monica-Platz seien davon nicht berührt.

Stärkung der "Meile"

Voraussetzung für den Neubau ist außerdem eine Änderung des 1971 aufgestellten Bebauungsplanes, der den Santa-Monica-Platz als reine Verkehrsfläche ausweist. Die Stadtverwaltung hält den Neubau und eine entsprechende Planänderung für sinnvoll, um das gastronomische Angebot auf der „Meile“ zu stärken; der Rat entscheidet darüber am 21. Mai. 

Im Idealfall Ende 2020 fertig

Plass sprach von einer langen Findungsphase mit der Bauverwaltung unter Stadtbaurätin Rita Schulze Böing. Derzeit gebe es seinerseits eine Bauvoranfrage. Wenn der Bebauungsplan geändert sei, könne der Neubau unter guten Bedingungen in neun Monaten errichtet werden. Im Idealfall sei alles Ende 2020 fertig.

Großprojekte geplant, aber nie umgesetzt

Mit dem „Pirates“ entstünde das erste neue Haus im Bereich des Santa-Monica-Platzes seit 1945. Die Stadt hatte die vorhandene Bebauung nach und nach abreißen lassen, um innerstädtische Parkplätze anzulegen. Zwischenzeitlich waren auch Großprojekte wie Rathaus, Museum, Parkhaus und zuletzt ein Einkaufszentrum geplant, verwirklicht wurde keines. Vor allem in Bereich der Südstraße hatten zahlreiche Häuser den Krieg überstanden, die letzten fielen erst 1971.

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