Für Auswertung noch zu früh
Anhaltende Kritik an neuer Blitzsäule in Uentrop
UENTROP - Nach rund drei Monaten ist sie keine Neuigkeit mehr, dennoch hat mancher Ortskundiger Probleme damit, die Blitzsäule an der Zollstraße als sinnvoll zu betrachten. „Überflüssig“, wird sie genannt. „Hier kann doch sowieso niemand rasen“, heißt es. Für Radfahrer erhöht die Anlage jedoch nicht die Verkehrssicherheit.
Für eine Auswertung der Tempoerfassung ist es laut Stadtverwaltung zwar noch zu früh, doch es gibt deutliche Hinweise darauf, dass an der Stadtgrenze zu Lippetal deutlich schneller gefahren wird, als erlaubt.
Viele eher Ortsunkundige auf dem Weg ins Gewerbegebiet Uentrop passieren den Blitzer. Der Vorwurf der „Abzocke“ wird laut. Aber es trifft auch Einheimische.
„Ich warte heute noch auf Post“, sagte eine Uentroperin, die nicht genannt werden möchte. Sie war schneller als die erlaubten 50 Kilometer in der
Stunde auf der Zollstraße unterwegs. „Vielleicht mit 57 oder 58“, meint sie. „Schneller aber nicht.“ Denn auf der schmalen Straße und wegen der Kurve nur schwer einsehbaren Strecke könne man nunmal nicht viel schneller fahren.
Aber offenbar sind doch vergleichsweise oft Autofahrer mit so hohem Tempo unterwegs, dass die Blitzsäule auslöst. Es werden an der Zollstraße in einer Fahrtrichtung viermal mehr Autos, die zu schnell fahren, erfasst, als in beiden Fahrtrichtungen an der Münsterstraße, setzt Stadtsprecher Christian Strasen die bisherigen Mess-Ergebnisse am neuen Standort der Blitzsäule mit der Anlage an der stark befahrenen Verkehrsader ins Verhältnis. Das sei eine Größenordnung, die das Aufstellen der Anlage an der Zollstraße nach den Gesichtspunkten der Verkehrssicherheit vertretbar mache.
Feste Blitzer im Hammer Stadtgebiet:
„Eine seriöse Auswertung wird sicherlich erst nach einem Jahr möglich sein“, erklärt er und nennt daher noch keine Zahlen.
Ob die Blitzsäule für eine höhere Verkehrssicherheit sorgt, daran hat unter anderem der Uentroper Martin Begett seine Zweifel. „Ich glaube nicht, dass
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dort viel zu schnell gefahren wird.“ Als Radfahrer weiß er jedoch, dass ihn auf der schmalen Straße mit ihrer schlecht einzusehenen, langgezogenen Kurve stets die Angst begleitet, von Lastwagen erfasst zu werden. „Die Anwohner sind sauer“, erklärt Begett angesichts seiner Meinung nach ausbleibender, brauchbarer Maßnahmen. Ein Radweg über die Lippebrücke und vor allem an der Brücke neben der Schleuse, wo die Blitzsäule steht, müsse geschaffen werden. Sonst könne die Verkehrssicherheit nicht erhöht werden und bleibe es für Radfahrer „lebensgefährlich“. - ha




