Radarfalle entpuppt sich als Forscher-Kamera

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HAMM - Für Verwirrung sorgte in der vergangenen Woche ein Blitzer, der keiner war. Einige Autofahrer hatten die beiden hintereinander angeordneten Videokameras an Wittekindstraße und Am Lausbach für Blitzer gehalten und ihr Auto abrupt abgebremst. Die Sorge war jedoch unbegründet.

Die Kameras erfassten tatsächlich den Verkehr für ein Forschungsprojekt der Ruhr-Uni Bochum. Es habe sich um eine Verkehrsmengenerfassung gehandelt, sagte Uni-Sprecher Jens Wylkop. Die Messungen des Verkehrsaufkommens seien Teil eines Forschungsprojektes, das verbesserte Ampelsteuerungen ermöglichen soll. Ziel sei es, Lichtanzeichen künftig nach dem jeweiligen Verkehrsaufkommen steuern zu können und nicht starr, wie es heute üblich sei.

Am Lehrstuhl für Verkehrswesen an der Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften forsche Prof. Dr. Ing. Justin Geistesfeld an der Optimierung von Lichtzeichenanlagen im Straßenverkehr. Bei den Aufzeichnungen mit Videokameras handle es sich um ein Standard-Verfahren der Forschung. „Der Datenschutz ist gewährleistet“, sagte Wylkop. Bei späterer Verwendung des Materials würden die Autokennzeichen anonymisiert. Außerdem werde jede Messung im Vorfeld den örtlichen Straßenverkehrsbehörden abgestimmt. Auch die örtlichen Polizeibehörden würden jeweils vor der Durchführung informiert.

Prof. Geistesfeld habe zu den kritischen Nachfragen aus Hamm angemerkt, dass es in den vergangenen zehn Jahren eine Veränderung gegeben habe. Die Menschen seien insbesondere in Fragen des Datenschutzes sensibler geworden. In Hamm hatten sich einige Autofahrer zudem beschwert, weil sie die Videokameras am Straßenrand für eine Blitzerfalle gehalten und ihr Fahrzeug deshalb abrupt abgebremst hatten.

Eine Information der Öffentlichkeit im Vorfeld von Mess-Aktionen halte Geistesfeld trotz dieser Erfahrungen für nicht sinnvoll. Die Forschung benötige „unverfälschte Verkehrssituationen“. Im Falle von Vorankündigungen sehe er das gefährdet; mancher würde die Strecke vielleicht meiden, andere ihr Verkehrsverhalten anpassen. Es werde auch künftig weitere Messungen geben. Ob Hamm wieder dabei sein werde, sei ungewiss. - dfb

Achtung, Autofahrer: Hier wird in Hamm geblitzt!

An der Adenauerallee überwachen zwei Säulenblitzer den Verkehr in der 300 Meter langen Tempo-30-Zone.
An der Adenauerallee überwachen zwei Säulenblitzer den Verkehr in der 300 Meter langen Tempo-30-Zone.
An der Adenauerallee überwachen zwei Säulenblitzer den Verkehr in der 300 Meter langen Tempo-30-Zone.
Relativ unauffällig steht diese Säule auf der Radbodstraße zwischen Hafenstraße und Dortmunder Straße. Erfasst werden Verkehrsteilnehmer, die in Richtung Süden fahren.
Achtung, Autofahrer: Hier wird in Hamm geblitzt!

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