Bettenhaus im August fertig

Im Budget und fast im Zeitplan: Blick auf die Baustellen der Barbaraklinik

Letzte Etage fehlt noch: Auf der Decke der künftigen OP-Säle kümmern sich die Bauarbeiter um die Fertigstellung des Funktionstraktes.
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Letzte Etage fehlt noch: Auf der Decke der künftigen OP-Säle kümmern sich die Bauarbeiter um die Fertigstellung des Funktionstraktes.

Sprichwörtlich die Klinke in die Hand geben sich Arbeiter auf der Großbaustelle an der St.-Barbara-Klinik. Hier stehen schon der Innenausbau an, dort wird noch eine Etage hochgezogen. An manchen Tagen ist so viel Betrieb, dass sich die Baufahrzeuge im Weg stehen. Ein Einblick.

Heessen – Trotz Corona-Pandemie, weltweiter Lieferengpässe und einem Anstieg der Materialpreise geht es an der Barbaraklinik gut voran. „Wir sind verhältnismäßig im Budget drin“, sagt Peter Potysch, der Kaufmännische Direktor. Es zahle sich derzeit aus, dass die Gewerke teilweise schon vor mehr als einem Jahr ausgeschrieben wurden. 60 Millionen Euro investiert die Franzikus-Stiftung als Träger in den Ausbau und das Projekt „Wir werden EINS“, der Zusammenlegung beiden Standorte Barbaraklinik und des Bockum-Höveler St.-Josef-Krankenhauses in Heessen, was die das baldige Ende für „St. Jupp“ bedeutet.

Fördergelder erhält die Stiftung in Höhe von 9,7 Millionen Euro. „Auch zeitlich sind wir im Rahmen. Corona hat uns nicht hart erwischt“, führt Potysch weiter aus. Etwas Verzögerung gibt es aber zu dem vor einem Jahr genannten Fertigstellungsdaten. Bei der Ankündigung der Schließung in Bockum-Hövel 2017 war allerdings einmal das Jahr 2020 als Umzugstermin verkündet.

In Zusammenhang mit der Kritik an der Schließung von „St. Jupp“ betont Geschäftsführer Thorsten Keuschen, dass allein die technische Instandsetzung des Baus in Bockum-Hövel mehr als 20 Millionen Euro verschlungen hätte.

Peter Potysch, der Kaufmännische Direktor der Barbaraklinik (links), und Geschäftsführer Thorsten Keufen sind zufrieden mit dem Fortschritt der Baustellen.

Krankenhausbetrieb

Eine Baustelle an und in einem Krankenhaus erfordert in der Planung viel Koordination. Nach mittlerweile rund eineinhalb Jahren Bauzeit im direkten Klinikumfeld erklären Keuschen und Projektleiter Dirk Wiese, dass die notwendigen Umgestaltungen funktioniert hätten. Der Umzug der Liegendanfahrt wegen der im oberen Teil einige Parkplätze gesperrt wurden, habe gut geklappt.

Besonders der Komplettumbau der zweiten und dritten Etage für die neue Urologie- und Onkologie-Stationen hätte viele Sorgen bereitet. Einschränkungen im Betrieb habe es nicht gegeben. Befürchtete Störungen von (filigranen) Operationen seien ausgeblieben. Vom nicht gerade geringen Lärm hätten die Patienten wenig bemerkt, sagt Keuschen. Die Mitarbeiter, zum Beispiel in der direkt darunter liegenden Information, schon mehr: „Wir müssen alle dafür loben, wie sie damit umgegangen sind.“

Bei anderen Projekte war es weniger problematisch. „Die Baustellen sind für sich. Die Anbindung an den Bestand läuft relativ überschaubar ab“, so Keuschen. Ein Vorteil sei natürlich, dass sowohl das Bettenhaus als auch der Funktionstrakt nur angebaut und nicht im Bestand sind.

Fertigbad: Projektleiter Dirk Wiese vor einer der komplett eingerichtet und gefliest angelieferten Nasszellen.

Bettenhaus

Derzeit treiben die Handwerker den Innenausbau voran. Fenster sind bereits drin, auch die komplett gelieferten Fertignasszellen sind an Ort und Stelle und werden für den Anschluss vorbereitet. 83 neue Betten entstehen hier, darunter auch welche für den Hochdosisbereich der Onkologie/Hämatologie wie in Bockum-Hövel, der besondere Aufmerksamkeit erfordert. Ein spezielles, bereits eingebautes Lüftungssystem sorgt in elf Zimmern für Überdruck und dafür, dass Bakterien, Pilzsporen und Viren nicht eindringen können. Das im hinteren Teil zum Wald hin gelegene Gebäude mit Keller, Erdgeschoss und vier Obergeschossen ist so ausgelegt, dass noch zwei Etagen ergänzt werden könnten, womit die Höhe des Haupthauses erreicht würde. Mit der Fertigstellung wird September statt Juli gerechnet.

Funktionstrakt

Weiterhin Mitte 2023 soll das neue Herzstück rechts neben dem Eingang fertig werden. Hier wird im Erdgeschoss die die Zentrale Notaufnahme ihr neues Zuhause finden. Aufgrund der Erfahrungen der Coronapandemie wurde nachträglich ein Extraeingang für potenziell infektiöse Patienten eingeplant, um diese von den anderen Menschen zu trennen. Darüber entsteht eine Etage mit sechs Operationssälen, die mit den drei bestehenden zu einer größeren Einheit verbunden werden. Die Wege sollen insgesamt kürzer, die Logistik zeitgemäß vereinfacht werden. Die Gastroenterolgie zieht später in den Keller. Derzeit stehen die Bauarbeiter auf der Decke der OPs, dort wird als letzte Etage gerade die Technikzentrale hochgezogen.

Baufortschritt an der St. Barbaraklinik in Heessen

Baufortschritt an der St. Barbaraklinik in Heessen
Baufortschritt an der St. Barbaraklinik in Heessen
Baufortschritt an der St. Barbaraklinik in Heessen
Baufortschritt an der St. Barbaraklinik in Heessen
Baufortschritt an der St. Barbaraklinik in Heessen

Bauteil E

Strukturvoraussetzung für den Umzug, so heißt es von Klinikseite, war die Einrichtung der Ambulanzen für die Hämatologie/Onkologie und die Urologie, die im bestehenden Teil im entstehen. Auch das Brustzentrum entsteht hier. Alles wurde komplett entkernt und wieder aufgebaut. Auch hier laufen die Innenarbeiten. Für August wird die Fertigstellung erhofft.

Langer Flur: Im Bettenhaus sind die Handwerker mit Kabeln, Leitungen und Wänden beschäftigt.

Parkplatz

Die Vergrößerung der Barbara-Klinik sorgt bei den Anwohner im nahen Umfeld für Sorgen, ob der vorhandene Parkraum ausreicht. Außerdem könnten Mitarbeiter, Patienten und Besucher auf umliegende kostenlose Parkplätze Richtung Ennigerweg und Vogelstraße sowie an die Böckenhege auf der anderen Seite des Heessener Waldes ausweichen. Die Barbaraklinik verweist auf die 180 vor Baubeginn neu geschaffenen Parkplätze, wodurch im unteren Teil nun knapp 430 Autos abgestellt werden können. Rund 50 im oberen Bereich kommen dazu, der Großteil dort ist wegen der Baumaßnahme aber gesperrt. Am Ende werden 660 Parkplätze bereit stehen. „Mehr als gefordert“, heißt es von Klinikseite.

Mehr zur Nachnutzung am St.-Josef-Krankenhaus und den Umzugsplänen erfahren Sier. So wie hier sah es vor etwa einem Jahr aus.

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