Was passiert mit dem Gelände in Bockum-Hövel?
„St. Jupp“ bis Ende 2022 leer: „Ziel ist nicht ein Riesengewinn“
Das Krankenhaus in Bockum-Hövel verschwindet, die Nachnutzung des Standorts rückt immer mehr in den Blickpunkt: Es gibt ernsthafte Interessenten. Der aktuelle Stand.
Bockum-Hövel/Heessen – Zum Ende des Jahres 2022 soll der Umzug des St.-Josef-Krankenhauses („St. Jupp“) mit allen Mitarbeitern und medizinischen Angeboten in die St.-Barbara-Klinik abgeschlossen sein. Das sagte Thorsten Keuschen, Geschäftsführer der Heessener Klinik, bei einem Gespräch mit Besichtigung der Baustelle für die Erweiterung. Und er teilte mit, dass es mehrere Interessenten für den Kauf des Krankenhausgeländes in Bockum-Hövel gegeben habe, der Kreis inzwischen jedoch auf zwei reduziert worden sei.
„Für uns spielt die Ökonomie natürlich eine Rolle, aber nicht die einzige. Ziel ist nicht ein Riesengewinn, sondern eine Reinvestition vor Ort“, so Keuschen. Man wolle zu einer positiven Entwicklung des Stadtbezirks beitragen. Was am Ende genau mit der Fläche geschehe, liege jedoch am Investor. „Er muss sich eng mit der Stadt abstimmen, um das Gelände im Interesse des Stadtteils einer Nutzung zuzuführen. Im Rahmenplan ist ja bereits etwa eine Drittelung vorgesehen, mit einem Teil für die Sondernutzung Gesundheit, einer Mischfläche und einer Fläche für den Wohnungsbau“, so Keuschen.
Es habe auch Investoren mit sehr unkonventionellen Ideen gegeben, die jedoch nicht für den Stadtbezirk gepasst hätten, berichtet er. Die übrig gebliebenen könnten sich mit den Vorgaben aus dem Rahmenplan anfreunden. Sache des Investors werde auch der Abriss des Krankenhausgebäudes sein.
Versprochen: St.-Franziskus-Stiftung bleibt vor Ort
Erneut sichert Keuschen zu, dass die St.-Franziskus-Stiftung – Träger der St.-Barbara-Klinik und des St.-Josef-Krankenhauses – vor Ort bleiben werde. Wie das genau geschehen werde, stehe noch nicht fest, ergänzt Peter Potysch, Kaufmännischer Direktor der St.-Barbara-Klinik. Unter anderem befinde man sich in enger Abstimmung mit der örtlichen Ärzteschaft. Von dort bekomme man die Rückmeldung, dass jede helfende Hand gebraucht werde. „Wir könnten uns ein Gesundheitscarré oder ein Ärztehaus vorstellen und, auch Physiotherapie hineinzunehmen“, so Keuschen. Aktuell gibt es ein Medizinisches Versorgungszentrum mit Praxen für Chirurgie, Neurochirurgie und Allgemeinmedizin im Krankenhaus.
Der Umzug der Abteilungen beginne im Herbst mit der Onkologie. Wie genau sich das für die Patienten auswirken werde, könne er noch nicht sagen, es gebe noch keine Detailpläne. „Die erstellen wir erst, wenn es konkret wird“, sagt Keuschen.
„Wir werden EINS“: Plädoyer für Zusammenlegung
Und er bricht auch noch einmal eine Lanze für die Zusammenlegung, die unter der Überschrift „Wir werden EINS“ läuft. Wenn alle medizinischen Fachrichtungen vor Ort seien, könnten die Patienten besser behandelt den. „Der Grund, warum die St.-Barbara-Klinik sich so gut entwickelt, ist, dass wir in der Lage sind, fast alles anzubieten“, sagt er. Auch wegen des Fachkräftemangels sei es erforderlich, größere Einheiten zu bilden. Anders könnten die gesetzlichen personellen Vorgaben gar nicht mehr abgedeckt werden. „Ich sehe gar keine Alternative dazu“, macht Keuschen deutlich.