Kampf gegen Verkehrschaos

So sollen „Eltern-Taxis“ an Hamms größter Grundschule ausgebremst werden

Schulkinder überqueren eine Straße auf dem Weg zur Schule.
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Eltern-Taxis machen den Schulweg unübersichtlich - und werden so zur Gefahr für Kinder. (Symbolbild)

Eltern-Taxis sorgen an der Lessingschule für Ärger. Nun hat die Politik einen Vorschlag, um das Problem zu lösen.

Herringen – Ist das der Durchbruch? Auf der nächsten Bezirksvertretersitzung in Herringen (Hamm) am 9. März steht ein Antrag der Koalition aus SPD und Grünen auf der Tagesordnung, mit dessen Hilfe die „Eltern-Taxis“ vor der Lessingschule ausgebremst werden sollen und man das morgendliche Verkehrschaos in den Griff bekommen will.

Das Thema beschäftigt die Politiker schon seit Jahren. Doch trotz aller Bemühungen – verstärkte Kontrollen durch KOD und Polizei, das Aufstellen von Pollern und neue Markierungen – sind die „Eltern-Taxis“ weiter ein Problem. Davon konnten sich SPD-Fraktionschef Julian Janssen, Grünen Fraktionschef Martin Kesztyüs sowie Bezirksvertreter Rüdiger Brechler (Grüne) persönlich ein Bild machen. Es werde wild geparkt und gewendet, fasste Janssen seine Eindrücke zusammen. Dadurch komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Hauptproblem sei die Stoßzeit vor Unterrichtsbeginn, wenn die über 400 Kinder gleichzeitig zur Schule gehen beziehungsweise von ihren Eltern gebracht werden.

Lösung in Sicht: Im südlichen Bereich des Marktplatzes soll eine Haltestelle für „Eltern-Taxis“ der Lessingschule eingerichtet werden.

Idee der Schulleitung: Wendehammer für Eltern

Doch was tun? Nach Gesprächen mit der Schulleitung kam die Idee auf, auf dem Marktplatz einen Wendehammer für Eltern einzurichten, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Dabei könnte der Bereich an der südlichen Spitze beschildert werden, um diese „Haltestelle“ für Eltern hervorzuheben. „Zu der Zeit vor und nach der Schule sollte hier nur das kurze Halten erlaubt sein. Zusätzlich könnte der Fußweg zur Lessingschule gut sichtbar als Schulweg für die Kinder markiert werden, damit für alle Verkehrsteilnehmenden ersichtlich ist, dass hier viele Kinder zur Schule gehen.“ Das könnte zum Beispiel mit einer farblich markierten Fußspur zur Schule geschehen, heißt es in dem Antrag.

Der dürfte auch bei der Opposition auf Zustimmung stoßen. Wie Janssen berichtete, hatte es am Tag der morgendlichen Begehung auch einen Ortstermin im Bereich Fang- straße/Holzsztaße – Grundlage hierfür war ein CDU-Antrag zur Situation der Radfahrer – gegeben. „Dabei waren unter anderem auch die CDU und Pro Hamm zugegen“, so Janssen. Im Anschluss habe man sich über das Thema „Eltern-Taxis“ unterhalten und nach möglichen Alternativen umgesehen.

Pädagogisches Konzept zur Mobilität statt einfach Haltepunkt

Aber die gibt es aus Sicht von Janssen nicht. Auf den Parkplätzen an der Waldenburger Straße könne aufgrund der Örtlichkeiten keine Haltestelle für „Eltern-Taxis“ eingerichtet werden. Auch der Parkplatz vor dem Momentum scheide aus. Für so viel morgendlichen Verkehr sei die Straße An den Kirchen nicht ausgelegt.

Für die Koalition ist es mit der Einrichtung der Haltestelle auf dem Marktplatz und den Markierungen allein allerdings noch nicht getan. Die Verwaltung sollte mit der Schule eng zusammenarbeiten und die Schule angeregt werden, diese Haltestelle in ein pädagogisches Mobilitätskonzept einzuarbeiten, damit Schüler und Eltern zur Nutzung der Haltestelle animiert werden. „Zusätzlich soll die Verwaltung die Entwicklung eines allgemeinen Verkehrskonzepts zur Entlastung der Verkehrssituation auf der Holzstraße im Bereich der Lessingschule zu Schulbeginn erarbeiten.“

Neue Regeln sollen bald umgesetzt werden - weil die Lessingschule wächst

Als Format könnte sich aus Sicht der Grünen hier eine Stadtteilkonferenz anbieten. In diese Konzeptentwicklung könnten dann alle Beteiligten und auch die Anlieger eingebunden werden. Neben der Einrichtung einer Elternhaltestelle gelte es, weitere Lösungsvorschläge für eine zeitliche und örtliche Entzerrung insbesondere für die Zeit zwischen 7.45 und 8 Uhr zu entwickeln. Die Organisation und Moderation einer Stadtteilkonferenz sollte das Bürgeramt Herringen unter Leitung des Bezirksbürgermeisters, mit Beteiligung der Bezirksvertretung und gegebenenfalls weiterer Stellen übernehmen.

Janssen würde sich wünschen, wenn die neuen Regelungen spätestens zum neuen Schuljahr greifen könnten. Denn mit 125 i-Männchen werde Hamms aktuell größte Grundschule weiter wachsen.

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