Polizei meldet
SMS-Betrüger schlagen erneut zu: Frau überweist vierstelligen Betrag
Eine 58-jährige Frau aus Hamm ist Opfer eines SMS-Betruges geworden. Sie überwies einen vierstelligen Betrag an ihren vermeintlichen Sohn.
Hamm - „Hallo Mama/Papa, mein Handy ist kaputt. Das ist meine neue Nummer. Die kannst du dir einspeichern. Schick mir eine Nachricht per Whatsapp.“ - was wie eine harmlose Nachricht klingt, ist der Anfang einer Betrugsmasche. Denn die Nachricht stammt nicht vom Sohn oder der Tochter.
Wer auf die Nachricht - oft wird sie auch über WhatsApp abgesetzt - reagiert, erhält kurze Zeit später eine Nachricht des vermeintlichen Kindes mit der dringlichen Bitte um Geld, da es sich in einer Notsituation befinde. So erging es nun auch einer 58-Jährigen aus Hamm.
SMS-Betrug in Hamm: Täter erbeuten rund 4000 Euro
Ihr vermeintlicher Sohn bat sie am Dienstagnachmittag, 7. März, um die Überweisung einer vierstelligen Summe - und sie überwies. Erst hinterher wurde ihr klar, dass es nicht ihr Sohn war, und sie erstattete Anzeige bei der Polizei.
„Oft fragen die Leute, wie die Betrüger wissen konnten, dass sie einen Sohn oder eine Tochter haben. Sie wissen es nicht. Die Betrüger handeln nach dem Zufallsprinzip. Sie schicken die Nachrichten an sämtliche Personen, und auf irgendwen trifft es dann zu“, erklärt Polizeipressesprecherin Hannah Reineke.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Betrugsmasche in Hamm Erfolg hat. Mitte November fielen ihr gleich mehrere Hammer zum Opfer. Jedes Mal erbeuteten die Betrüger einen vierstelligen Betrag.
Aktuelle Zahlen von der Polizei Hamm
2022 wurden bei der Polizei in Hamm insgesamt 127 Fälle dieser Betrugsmasche zur Anzeige gebracht (2021: 3 Fälle). In 26 Fällen haben die Geschädigten den Betrügern tatsächlich Geld überwiesen. Im Schnitt erbeuten die Täter pro Delikt 2400 Euro; die höchste erbeutete Summe in einem Delikt waren 7000 Euro. In einigen Fällen wurde auch mehrfach Geld überwiesen. Im laufenden Jahr wurden bis Ende Februar bereits 26 Fälle angezeigt, davon 8 erfolgreiche.
Anders als beim Enkeltrick ist das Durchschnittsalter der Opfer deutlich geringer. Etwa ein Drittel der Betroffenen ist zwischen 50 und 59 Jahre alt. Etwa zwei Drittel der Opfer sind weiblich.
Betrug mit SMS und WhatsApp: Durchsuchungen in NRW
Die Ermittlungen laufen. Es sei aber schwierig, die Täter auszumachen, da sie häufig aus dem Ausland agieren und die Handynummern nicht nachzuverfolgen sind, heißt es von der Polizei. Die Betrüger bitten häufig um eine Sofortüberweisung (Echtzeitüberweisung), dadurch ist es auch so gut wie unmöglich, das überwiesene Geld zurückzuholen.
Aktuell sind Polizei und Staatsanwaltschaft allerdings in Nordrhein-Westfalen einer Bande auf der Spur, die in großem Stil per betrügerischen WhatsApp-Nachrichten und Telefonaten Geld ergaunert haben soll. Am Donnerstagmorgen vollstreckten Fahnder 14 Durchsuchungsbeschlüsse in ganz NRW.
Betrugsmasche in Hamm: Polizei mahnt zur Vorsicht
Neben den Betrugs-Nachrichten per SMS und Messengerdienst WhatsApp gibt es auch weiterhin immer wieder Betrugsanrufe von falschen Polizisten oder Anwälten, oder Schock-Anrufe, in denen das angebliche Kind sagt, dass es einen Unfall hatte und sofort Geld braucht.
Die Polizei Hamm rät eindringlich: „Reagieren Sie nicht auf diese Nachrichten! Überweisen Sie kein Geld! Fragen Sie unter der alten Nummer nach! Informieren Sie Ihre Polizei! Warnen Sie Familienangehörige, Freunde und Nachbarn vor dieser perfiden Betrugsmasche!“
