Noch nicht mal Ideenwettbewerb gestartet

Umbau des Westentors: Statt Priorität jetzt Beliebigkeit?!

Die Zukunft des Westentors – ein Blick in die Glaskugel? Zeitlich ist der Umbau hintendran. Von Priorität scheint nicht viel geblieben.
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Die Zukunft des Westentors – ein Blick in die Glaskugel? Zeitlich ist der Umbau hintendran. Von Priorität scheint nicht viel geblieben.

Hamm-Mitte – Im Städtebaulichen Rahmenplan, der Perspektive Innenstadt 2030 und im Maßnahmenkonzept zu deren Umsetzung steht der Umbau des Westentors ganz oben auf der Prioritätenliste. Davon ist aber nichts zu merken.

Dass Papier geduldig ist, zeigt sich in der ursprünglich angestrebten Zeitplanung. Eigentlich sollte der Umbau schon in diesem Jahr vollzogen sein. Bis heute ist aber nicht einmal der vorgeschaltete Ideenwettbewerb auf den Weg gebracht. Wie wichtig ist das Westentor der Stadt wirklich? Ist das einstige Leitprojekt tatsächlich noch eines?

Von der einstmals angestrebten Initialzündung für die weitere Innenstadt sei nichts zu spüren, kritisieren Vertreter des Vereins zur Förderung des Martin-Luther-Viertels. Sie fürchten, dass andere Projekte wie das „B-tween“ die ursprüngliche Planung überholt haben und inzwischen höhere Priorität genießen.

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"Transparenz t abhandengekommen"

„Das Westentor ist jetzt hintendran. Es hat offenbar ein Paradigmenwechsel stattgefunden“, sagt Vorstandsmitglied Siebert Künzel. „Das ist bisher argumentativ nicht begründet worden. Die Transparenz ist abhandengekommen, auch was das Gesamtkonzept für die Innenstadt angeht und auch die Reihenfolge der Maßnahmen.“

Öffentlich gemacht worden sei bisher nur die so genannte „Qualitätsoffensive Fußgängerzone“ mit ihrer neuen Möblierung. Das sei sehr dünn und in der Ausgestaltung wenig überzeugend.

Vertreter des Fördervereins Lutherviertel haben viele Fragen, aber auch Anregungen, wie der Verkehrsknotenpunkt durch Kunst attraktiver werden könnte.

„Die Menschen werden sich aufregen“

Fördervereinsvorsitzender Werner Reumke fürchtet, dass die Baustellen am Ende „wie ein Dampfhammer über die Innenstadt kommen könnten“ und die Bürger und Geschäftsleute letztlich die Leidtragenden sind. „Die Menschen werden sich aufregen“, glaubt er.

Momentan gebe es große Fragezeichen: Wie wird der ÖPNV organisiert? Was bedeuten die Baustellen für Gewerbetreibende in der Stadt? Wie werden die Wegeführungen für Besucher der Innenstadt sein? All das sei bisher unbeantwortet. „Ich sehe eine bauliche Anarchie auf uns zukommen. Das gilt es jetzt zu hinterfragen.“

Wird der Kunstbahnhof zur Marginalie?

Fünf Jahre ist es her, da stellte der Förderverein einen Bürgerantrag, das Westentor zum Kunstbahnhof zu machen und damit den Ort nicht nur aufzuwerten, sondern für Hamm auch ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann zeigte sich demgegenüber immer wieder offen, mit den Verzögerungen des Umbaus gerät aber auch dieses Vorhaben ins Stocken.

Reumke und seine Mitstreiter im Verein befürchten nun, ein Kunstbahnhof könnte zur Marginalie in einem unüberschaubaren Dickicht von Maßnahmen werden. „Das ist der am stärksten frequentierte Ort in der Innenstadt, eine herausragende Stelle“, sagt Reumke. „Der Verein hat viele Vorleistungen gebracht und immer wieder Vorschläge erarbeitet, wie es hier aussehen könnte.“ Er fordert, dass Künstler in den Ideenwettbewerb eingebunden werden müssen.

Stadt Hamm will Vorgehen erklären

Eine weitere Befürchtung: Weil der Lippeverband im Bereich Westentor einen Kanal reparieren muss, könnte es zu weiteren Verzögerungen kommen. Wie eine Sprecherin des Lippeverbandes auf Nachfrage mitteilte, sei eine Ertüchtigung des Kanals von innen (Inliner-Verfahren) vorgesehen. Die Arbeiten könnten ausgeführt werden, ohne die Straße dafür aufreißen zu müssen.

„Die Arbeiten stehen auch nicht in technischer Abhängigkeit zum Umbau des Westentors“, so die Sprecherin. Sie könnten vorher oder auch nachher erfolgen.

Die Stadt Hamm will in der kommenden Woche bei einem Ortstermin erläutern, wie die weiteren Schritte aussehen können.

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