"B-tween" zwischen Allee-Center und Fußgängerzone
Neuer Hingucker für alte Ritterpassage - Entwicklerin im Video-Interview
Hamm - Die Ritterpassage soll völlig neu gestaltet werden. Die Fassade wird zum Teil mit einer aufwendigen rautenförmigen Struktur verkleidet, innen sollen Geschäfte von Firmen einziehen, die bislang noch nicht in Hamm vertreten sind.
Die Tage der Ritterpassage, so wie sie jetzt besteht, sind gezählt. In zwei Jahren, im September 2020, wird das Areal zwischen Westenwall und Ritterstraße ein völlig neues Gesicht haben. Auch die Namen Ritterpassage oder -quartier gehören dann der Vergangenheit an. Weil der neue Komplex eine Scharnierfunktion zwischen Weststraße und Allee-Center hat, wird er „B-tween“ (deutsch: dazwischen) heißen – Untertitel „... Ihr Einkauf mittendrin“.
| Eckdaten | |
| Nutzungskonzept | Einzelhandel, Gastronomie, Büro/Dienstleistungen, Freizeitnutzung oder Hotel |
| Investitionsvolumen | rund 37 Millionen Euro |
| Mietfläche | circa 12.000 Quadratmeter |
| Abriss Westflügel | Ende zweites Quartal 2019 |
| Baubeginn Neubau | Anfang drittes Quartal 2019 |
| Eröffnung | September 2020 |
Am Montag stellt der Entwickler und Investor Fokus Development die Planungen bei der Expo Real, einer internationalen Fachmesse für Projekte und Investitionsvorhaben, in München erstmals öffentlich vor. Rund 37 Millionen Euro wird das Duisburger Unternehmen in den Bau in Hamm investieren.
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Hälfte der Ritterpassage wird abgerissen
Um Neues zu schaffen, wird Altes weichen: Der westliche Flügel der jetzigen Passage und die Glaskonstruktion über dem Durchgang werden abgerissen. Lediglich der östliche Baukörper bleibt erhalten.
Rund ein Drittel der Fläche im Erdgeschoss ist als zentraler Baustein für Gastronomie vorgesehen, darüber gibt es eine Büronutzung. Man werde einige der Bestandsmieter in diesen Bereich des Komplexes integrieren, kündigte Fokus-Vorstandsvorsitzender Axel Funke an. Konzeptionell sprach er von einem „Bruch“ mit der bisherigen Ritterpassage und von einer bewussten neuen Namensgebung.
3000 Quadratmeter kommen hinzu
Der westliche Flügel bis zur kleinen Ritterstraße und entlang des Westenwalls wird komplett neu aufgebaut. Zum jetzigen Bestand kommen rund 3000 Quadratmeter Fläche hinzu. Im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss soll sich Einzelhandel ansiedeln. Vier bis sechs Mieter können hier einziehen. Wie Funke erläuterte, sollen die Ankermieter bis zum Frühjahr feststehen. Alle Einzelhandelsflächen werden vom neu gestalteten, zentralen Durchgang aus erschlossen.
Auch ein Hotel ist möglich
In den beiden weiteren Obergeschossen können sich Dienstleister ansiedeln. Auch ein Hotelbetrieb käme in Frage. Dies sei eine „echte Option“, so Funke. Das 3. und 4. Obergeschoss sind als Randbebauung mit Innenhof angelegt.
Video: Projektentwicklerin Anna Funke steht Rede und Antwort
Die Gebäudehöhe orientiert sich an der umliegenden Bebauung. Die neue Tiefgarage wird 110 Stellplätze bieten. Der Anlieferverkehr wird von der kleinen Ritterstraße (gegenüber ehemaligen Halberstadt-Gebäude) erfolgen und ist komplett eingehaust.
Glasdach für Rödinghauser Straße
Wie Projektentwicklerin Anna Funke erklärte, orientiert sich der Komplex am alten historischen Grundriss im Quartier. Nicht zuletzt durch die moderne Architektur des Neubaus, der durch seine Transparenz und markante rautenartige Gestaltungselemente auffällt, entstehe eine „neue Landmarke“ und ein „optisches Highlight“.
Der Durchgang der Rödinghauser Straße bleibt als Verbindungsachse erhalten. Er wird mit einem neuen Glasdach versehen. Zwar bleibe die Anmutung einer Straße, allerdings mit der Qualität eines Treffpunkts.
Die künftigen Pächter im neuen Komplex seien allesamt neue Namen in Hamm, kündigte Axel Funke an – es werde keine Umzüge aus anderen Bereichen der Innenstadt dorthin geben. Ein Lebensmittelanbieter soll im „B-tween“ nicht vertreten sein.
Zudem sei der Komplex kein Center, so dass es auch kein Centermanagement geben soll. Man verstehe sich als Anlieger einer öffentlichen Straße, sagte Funke, und als „Verbündeter“ der Werbegemeinschaft der Weststraße. „Wir sind bereit, uns einzubringen“, so Funke.
Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann zeigte sich „froh, dass der Umbau so zeitnah erfolgen könne“. Damit werde die ursprüngliche Idee in die Tat umgesetzt. Baurätin Rita Schulze Böing bescheinigte den Investoren, sie hätten „die Stadt verstanden“. Hunsteger-Petermann bezeichnete den neuen Komplex als „zusätzliche Chance und Möglichkeit“ für die Weststraße.
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