Westentor

Krawall-Kinder im Fokus: Stadt sieht dringenden Handlungsbedarf 

Das Westentor: In den vergangenen Wochen ein Tummelplatz für Krawall machende, aggressive Kinder und Jugendliche.
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Das Westentor: In den vergangenen Wochen ein Tummelplatz für Krawall machende, aggressive Kinder und Jugendliche.

Stadt Hamm und Polizei wollen sich von Krawall-Kindern und Jugendlichen in der Innenstadt nicht auf der Nase herumtanzen lassen.

Hamm - Nur wenig später, nachdem Passanten von wiederholt auffälligem Verhalten um das Westentor berichtet hatten und es dort auch Polizeieinsätze gegeben hatte, beauftragte die Stadt Hamm den Verein Paidaia. Er soll die Gruppe analysieren und den Handlungsbedarf einschätzen. Dieser ist offenbar gegeben.

Gruppenstärke von 20 bis 30 Personen

Zu diesem Schluss kommen Paidaia-Vorsitzender Ibrahim Ismail und seine Mitarbeiter nach einer ersten Sichtung der Gemengelage. Paidaia mit Sitz in Hamm arbeitet mit auffälligen, kriminellen Jugendlichen und Intensivtätern. Dies ist neben anderen Angebotsfeldern eines von mehreren Standbeinen des Vereins.

„Wir stehen im Schulterschluss mit der Stadt und der Polizei“, sagt Ismail. „Wir werden gemeinsam nach Lösungen suchen.“ Wie diese aussehen können, fuße letztlich auf einer differenzierten Betrachtung der Gruppendynamik und der agierenden Personen. Laut Ismail ist von einer Gruppenstärke zwischen 20 und 30 Personen vom Kindes- bis zum Jugendalter auszugehen. Auch Mädchen gehören der Gruppe an.

Stark pubertierendes Verhalten spielt eine Rolle

In den gut eineinhalb Wochen seit Auftragserteilung habe Paidaia sich die Situation angeschaut und die Jugendlichen in Zusammenarbeit mit Stadt und Polizei identifiziert. Nun gehe man weiter in die Tiefe, um die Strukturen aufzuschlüsseln und beispielsweise Anführer ausfindig zu machen und Verhalten zu analysieren. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht Ismail Handlungsbedarf in zwei Fällen.

Die Örtlichkeit des Westentors sei ein Sammelpunkt für Kinder und Jugendliche geworden, die nicht wüssten, wo sie sonst hin sollten. Unter ihnen spiele auch stark pubertierendes Verhalten eine große Rolle. In einem der aktenkundigen Fälle sei es offenbar aus Eifersucht zu einer Prügelei unter Mädchen gekommen, die es auf den gleichen Jungen abgesehen hätten.

Sorgerechtsentzug nicht ausgeschlossen

Aber pubertierendes Verhalten allein reiche nicht für einschneidende Maßnahmen, bestätigte Ismail. Demnach schätzen der Verein, Stadt und Polizei das Konfliktpotenzial deutlich höher ein. Am Freitag (19. August) ist eine weitere körperliche Auseinandersetzung aus dieser Gruppe heraus in den Polizeiakten gelandet.

Die Stadt stuft die Situation als „schwierig“ ein, es sei Zeit zu handeln. Elterngespräche über das Jugendamt liefen, Betreuungsangebote seien aufgestockt worden und fänden täglich statt, sagt Stadtsprecher Tom Herberg. Er mahnt aber auch zur Geduld: „Die Angebote müssen auch wirken können.“ Ebenso machte er unmissverständlich deutlich, dass als letztes Mittel ein Sorgerechtsentzug nicht ausgeschlossen sei.

Paidaia schon einmal tätig geworden

Der Verein Paidaia hat in Abstimmung mit der Stadt schon einmal eine Gruppe von problematischen Kindern und Jugendlichen zerschlagen. Damals wurde der Hauptakteur (mit seiner Zustimmung) aus der Familie genommen. Er befindet sich aktuell noch in einem Programm im Ausland.

Ob es in den aktuellen Fällen zu ähnlichen Maßnahmen komme, werde die weitere Analyse zeigen, sagt Ibrahim Ismail. Eine entscheidende Rolle dabei spielen die Familienstrukturen und die sich daraus ableitenden Perspektiven.

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