Glasverbot gilt bald in ganz Hamm

HAMM - Glas und Alkohol verboten! So sieht die Zukunft in Hamm stadtweit auf allen Freizeitanlagen wie Spiel- und Bolzplätzen, Skateranlagen sowie in Parks mit Spielplätzen aus. Das schließt sowohl die Ringanlagen in der Altstadt als auch 50 bis 60 Prozent des Lippeparks ausdrücklich ein.

 „Wir wollen damit keine neue Bußgeldquelle auftun. Es geht uns um eine Handhabe, damit wir die Leute auf Fehlverhalten ansprechen können“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) auf WA-Anfrage. Spätestens im Frühsommer solle die Neuregelung greifen.

Damit würde das bereits geltende Glasverbot im Bereich Innenstadt deutlich ausgeweitet. Das sei insgesamt ein guter und ausgewogener Ansatz, weil er zum einen den Wünschen aus der Bevölkerung Rechnung trage und zum anderen stadtweit gültig sei. Viele Bürger beschwerten sich seit

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Jahren über zerdepperte Glasflaschen, an denen sich immer wieder Kinder Schnittverletzungen zugezogen oder Radfahrer ihre Reifen platt gefahren hätten. Solche Beschwerden gebe es aus allen Stadtteilen, insbesondere in den Sommermonaten. „Wir haben das auch bislang ernst genommen und sind dem nachgegangen. Doch unseren Mitarbeitern fehlt ein Instrumentarium, um Verbote auch durchzusetzen zu können“, erläuterte Jörg Wiesemeier, Leiter des kommunalen Ordnungsdienstes, die Ausgangsproblematik. „Und für den Lippepark brauchten wir ohnehin eine Lösung“, ergänzte Hunsteger-Petermann. Da habe man die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und gleich eine stadtweite Konzeption ausgearbeitet.

Erster Auslöser zu dieser Initiative sei der Rosenmontagszug vor zwei Jahren gewesen. Da sei der Marktplatz vor der Pauluskirche derart vermüllt gewesen, dass Polizei- und Rettungsfahrzeuge nicht mehr zum Einsatzort durchkamen. „Wir haben auch in den Krankenhäusern nachgefragt. Da gab es tatsächlich eine erhöhte Zahl von Patienten mit Schnittverletzungen“, sagte der Oberbürgermeister. Auch bei anderen großen Festen sei das Resultat ähnlich gewesen. „Da können wir nicht tatenlos zusehen.“

 Regelung soll im Sommer greifen Anfang des neuen Jahres werde das Rechtsamt die Neufassung der Straßen und Anlagenordnung zunächst prüfen. Wenn alles zügig ablaufe, sollen die Bezirksvertretungen und der Hauptausschuss bereits im Februar beraten und der Rat im März den endgültigen Beschluss fassen. „Spätestens in der zweiten Sitzungsfolge wollen wir aber soweit sein, damit das stadtweite Glas- und Alkoholverbot im nächsten Sommer greift“, sagte der Oberbürgermeister. Übrigens: Die Neuregelung wird dann zum ersten Mal auch für Bolzplätze gelten. Aus unerfindlichen Gründen waren diese Anlagen bislang gar nicht erfasst. Doch gerade die Bolzplätze würden immer wieder gerne auch von Cliquen als Treffpunkte mit Alkoholverzehr genutzt, berichtete der OB. - dfb

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger

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