Neue Eskalationsstufe
Streik soll „weh tun“: Verdi legt Hamm lahm – Busse, Kitas und Sparkasse betroffen
Verdi weitet seinen Streik in Hamm weiter aus. Unter anderem kommt es bei der Müllabfuhr, dem Busverkehr und dem Ordnungsdienst zu Einschränkungen.
Hamm – Ein muffiger Geruch weht hier und da schon jetzt durch die Stadt. Doch die Ausfälle bei der Müllabfuhr sind nur der Anfang: In dieser Woche wollen die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes mit ihrem Warnstreik weiter in Bereiche vordringen, die „weh tun“, sagt Pamela Strutz, Geschäftsführerin der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), in einer Mitteilung. Besonders ab Mittwoch (12. März) geht in Teilen der Stadt nichts mehr.
Streik in Hamm: Busse fallen aus – Parkhäuser bleiben geschlossen
Wie bereits Mitte Februar sind auch die Stadtwerke von dem Streikaufruf der Gewerkschaften Verdi und Komba betroffen. Konkret bedeutet das: Ab Mittwoch, 4 Uhr, bis Freitag, 24 Uhr, bleiben die Busse des Verkehrsbetriebes im Depot, wie Sprecherin Cornelia Helm auf Nachfrage von wa.de mitteilt. Das betrifft folgende Linien:
- Linie 1 (Westherringen – Maximilianpark),
- Linie 2 (Bockum-Hövel Bf – Rhynern),
- Linie 3 (Pelkum Selbachpark – Werries),
- Linie 6 (Heessen, Eckey – Maximilianpark),
- Linie 7 (Herringer Markt – Berge, Konrad-Adenauer-Schule),
- Linie 9 (Herringer Markt – Nicolaus-Ehlen-Straße),
- Linie 11 (Hauptbahnhof – Bockum, Horster Straße),
- Linie 12 (Hauptbahnhof – Heessen, St.-Barbara-Klinik),
- Linie 26 (Hauptbahnhof – Rastenburger Straße),
- Linie 27 (Hauptbahnhof – Klutestraße).
Auch die Parkhäuser (Heinrich-von-Kleist-Forum, Brüderstraße und Hauptbahnhof, Eingang West) bleiben geschlossen. Ausgenommen sind lediglich Dauerparker. „In allen anderen Unternehmensbereichen“ der Hammer Stadtwerke sei ebenfalls mit Einschränkungen zu rechnen, so Helm. Nur das Kundenzentrum sowie die von ihnen betriebenen Schwimmbäder seien geöffnet – so zumindest die Erwartung der Sprecherin am Montag. Auch dort könne es ab Mittwoch kurzfristig „unvorhergesehen zu Einschränkungen kommen“.
Auch Ordnungsamt und städtische Kitas werden bestreikt
Wie bereits berichtet, fällt die Müllabfuhr der Papier- und Wertstofftonnen wegen der fehlenden ASH-Mitarbeiter die gesamte Woche über aus. Ähnlich die Lage beim Ordnungsamt: Verdi hat auch deren Mitarbeiter aufgerufen, ihre Arbeit ab Montag niederzulegen. „Wir stellen heute fest, dass sich einige Beschäftigte am Streik beteiligen“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster zu wa.de. Die Zahl der Kräfte sei „entsprechend reduziert“.
Am Mittwoch sollten Eltern besonders aufmerksam sein. Verdi ruft in allen NRW-Regionen zeitgleich zum ganztägigen Warnstreik auf. Die Folge: „Wir gehen davon aus, dass der Streik in drei städtischen Kitas spürbare Auswirkungen haben wird“, so Huster. Welche das sind, sagt der Sprecher nicht. Es lasse sich erst kurzfristig sicher sagen, wie die Folgen konkret aussehen würden. Die Kita-Leitungen würden kommunizieren, in welchem Umfang die Betreuung sichergestellt werden könne. Niemand solle „ein spontanes Betreuungsproblem“ bekommen.
Wohl „einzelne Geschäftsstellen“ der Sparkasse geschlossen
Dass noch weitere Tätigkeitsfelder der Stadtverwaltung eingeschränkt sein werden, war laut Huster am Montag nicht ersichtlich. „Klar ist aber natürlich, dass es auch in ‚normal laufenden‘ Bereichen wegen kleinerer Streikausfälle zu längeren Wartezeiten oder Ähnlichem kommen kann.“
Klar ist auch, dass so mancher Sparkassen-Kunde ebenfalls mit den Folgen des Arbeitskampfes zu kämpfen haben wird. „Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass erneut einzelne Geschäftsstellen nicht öffnen können“, berichtet Sprecher Philipp Schönenberg gegenüber wa.de. Genauere Informationen könne man erst vorlegen, wenn klar sei, wie viele Mitarbeiter sich am Streik beteiligen. Dies werde erst am Dienstagnachmittag der Fall sein.
„Mangelnde Wertschätzung“: Das steckt hinter dem Streik
Mit der Ausweitung des Warnstreiks wollen die Gewerkschaften den Druck auf den Arbeitgeber vor der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde im Tarifstreit Mitte März nochmal deutlich erhöhen. Zum Höhepunkt am Mittwoch rechne Verdi mit 5 000 Beschäftigten auf der zentralen Kundgebung in Dortmund, unter anderem aus Hamm, Unna, dem Kreis Soest und dem Sauerland, erklärt Bezirksgeschäftsführerin Strutz.
Verdi-Warnstreiks im Februar in NRW: Hier streiken die Arbeiter




In zwei Verhandlungsrunden sei von Bund und Kommunen kein Angebot auf den Tisch gelegt worden. Weder beim Gehalt noch bei der Forderung nach zusätzlichen freien Tagen oder mehr Zeitsouveränität sei man ihnen entgegengekommen. Mit der neuen Eskalationsstufe wolle man dem Arbeitgeber zeigen, wie die Reaktion der Gewerkschafter auf „mangelnde Wertschätzung“ aussehe.
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