Fahnder bezweifelt legale Geschäftspraktiken

Hammer Shisha-Bars unter Generalverdacht

Dieser beschlagnahmte Wasserpfeifentabak sollte in Geschäften und Shisha-Bars im Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verkauft werden.
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Dieser beschlagnahmte Wasserpfeifentabak sollte in Geschäften und Shisha-Bars im Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verkauft werden.

Hamm - Ernsthafte Zweifel an der Legalität des Geschäftsbetriebs der neun Hammer Shisha-Bars meldet ein Ermittler des Zolls an. In seinem Einsatzgebiet, wozu auch Hamm gehört, halte er Steuerbetrug und Einsatz von Schmuggeltabak für wahrscheinlich.

Die Einschätzung des Fahnders unterscheidet sich fundamental von der Meinung eines Hammer Tabakhändlers, der erklärte, er habe keine Erkenntnisse über Schmuggeltabak im Stadtgebiet (siehe auch unseren Bericht vom 7. August).

Flächendeckend in seinem Einsatzgebiet – Münsterland und Teile des Ruhrgebiets bis Duisburg – gebe es Schmuggeltabak, der nicht den geltenden Steuergesetzen und der Tabakverordnung entspricht.

Weit verbreitet sei die Benutzung von Großpackungen von Pfeifentabak, der in den Shisha-Köpfen zu je 15 bis 20 Gramm portionsweise verbraucht wird. „Es herrscht jedoch Verpackungszwang und der Kunde muss den steuerlichen Status anhand der unversehrten Banderole erkennen können“, erklärt der Experte für Rauchtabak.

Bei Kontrollen des Zolls zusammen mit dem Ordnungsamt würden oftmals „Vorzeigedosen“ mit Steuerzeichen präsentiert. „Bei Schmuggeltabak werden zahlreiche Dosen mit antiken Steuerzeichen gezeigt, die es lange nicht mehr gibt“, sagt der Zöllner, der solche Betrugsmaschen schnell erkennt.

Die Motivation hinter illegalem Tabak sei eine doppelte. Auf der einen Seite stehe der finanzielle Aspekt. „Die steuerliche Belastung des Pfeifentabaks ist enorm und wird durch den Schmuggeltabak vermieden“, erzählt der Beamte.

Auf der anderen Seite steht der qualitative Unterschied zwischen Schmuggel- und legalem Tabak. Die Tabakverordnung von 1977 begrenzt in Deutschland die Art und Menge von Zusatzstoffen. „In Deutschland ist außerdem die Feuchtigkeit auf fünf Prozent begrenzt. Die traditionelle Rezeptur des Tabaks aus der Türkei oder aus Ägypten enthält eine Feuchtigkeit von 25 bis 40 Prozent“, erklärt der Zollfahnder und ergänzt: „Je feuchter, desto intensiver ist der Geschmack und desto mehr Rauch entwickelt sich“. Somit entspreche das Originalrezept eher den Vorlieben der Kunden, sei aber gesundheitlich hierzulande als bedenklich eingestuft.

Falls sich die Kundenorientierung nicht ändert, sei illegaler Tabak weiterhin verführerisch und vermutlich auch in den Hammer Bars im Einsatz.

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