Trotz Lockdown schon viele Anfragen
Einzigartiges Tiny-House-Hotel in Hamm: Warten auf Startschuss
Es steht noch keines der kleinen Häuschen, und die Buchungen laufen schon regelmäßig ein: Corona hat das Tiny-House-Hotel „Pier 9“ am Datteln-Hamm-Kanal in Hamm ausgebremst. Ein Update.
Hamm – Sobald es ein Zeichen gibt und touristische Übernachtungen wieder möglich sind, würden auch die acht Tiny Houses an der Kanalkante in Hamm bereitstehen. Im Moment sind sie allerdings noch an einem sicheren Standort geparkt.
Eigentlich war der Startschuss für die kleinen Raumwunder und diesen deutschlandweit wohl einzigartigen Hotelbetrieb schon im Januar geplant, doch die Pandemie machte „Tiny House Diekmann“ aus Bockum-Hövel einen Strich durch die Rechnung. Genauso wie alle anderen Hoteliers unterlag das Angebot der Schreinerei und Zimmerei, die die Unterkünfte momentan noch selbst vermarktet, der Corona-Schutzverordnung und damit dem Beherbergungsverbot.
Zwar wären die Häuschen schnell bezugsfertig gewesen, doch die mobilen Mini-Heime unbewohnt und unbeaufsichtigt auf der Fläche zwischen Kanal und Adenauerallee (Höhe Einmündung Kolpingstraße) auf nicht absehbare Zeit stehen zu lassen, wollte das Unternehmen von Geschäftsführer Stefan Diekmann nicht riskieren.
„Alle Strom- und Wasseranschlüsse liegen, so dass es eigentlich schnell losgehen könnte“, sagt Vera Lindenbauer, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei Diekmann. „Man müsste die Häuser nur noch anstöpseln.“
Tiny-House-Hotel in Hamm: Infrastruktur da, Gartenbauer kommt
Auch wenn dafür jetzt noch die Signale fehlen, erfolgen in Kürze die nächsten Schritte, um das von Holzplanken umgebene Gelände vorzubereiten. Die Garten- und Landschaftsbauer rücken an, um Wege, Rasen und Begrünung anzulegen und die aktuell noch etwas karge Anlage wohnlich zu machen. Zusammen mit der Kolonne der acht Tiny Houses, die irgendwann an der der Adenauerallee 9 (daher der Name „Pier 9“) landen, kommt auch die „Kapitänskajüte“ als Rezeption an. Natürlich ebenfalls ein Tiny House.
Buchungen für das „Pier 9“ gibt es laut Vera Lindenbauer reichlich, und zwar aus ganz Deutschland. Manche seien Tiny-House-Interessierte, andere einfach Urlauber, die etwas Besonderes suchten. Bisher habe man immer wieder stornieren müssen, doch das Interesse bleibe. Und in einem ist sie sich sicher: „Das Angebot wird auch belebend für den Tourismus in Hamm sein. Mancher würde sonst nicht hierher kommen und die Vorzüge von Wasser, Radwegenetz und Kultur kennenlernen.“
Tiny-House-Hotel in Hamm: Wohnfläche ab 17 Quadratmeter
Hintergrund: Tiny Houses sind im Grunde mobile Eigenheime oder – wie in diesem Fall – gewerbliche Hotelzimmer. Sie benötigen Strom- und Wasseranschluss. Wer dauerhaft an einem Ort in einem Tiny House wohnen möchte, braucht Baurecht wie bei anderen Eigenheimen auch. Am Kanal besteht dies.
Auf einer Anhänger-Plattformlänge zwischen 5,40 und 7,20 Meter und einer Wohnfläche ab 17 Quadratmeter bieten die bunten Häuschen hier den Komfort eines normalen Hotelzimmers, inklusive Kochzeile und Bad mit Dusche. Je nach Bauart verfügen manche über ein Loft mit Liegefläche, ein anderes über einen Wellnessbereich. Weil die Häuser über eine Dämmung verfügen, sind sie ganzjährig bewohnbar.
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