Dritter und letzter Bauabschnitt Stadttor Ost

Noch einzigartig in Hamm: HGB legt Grundstein für Kehrtwende im Hausbau

Grundsteinlegung HGB-Holzhaus Stadttor Ost an der Lippestraße in Hamm-Osten mit Stadtverwaltung und HGB, Nachbarn
+
Ein Fundament für ein besonderes Stadttor Ost: Zur Grundsteinlegung des Holzhauses kamen Vertreter der Stadtverwaltung und HGB, von Unternehmen und Nachbarn. Der Neubau wird architektonisch dem ersten und zweiten Bauabschnitt (rechts und links im Hintergrund) angepasst.

Nachhaltig und umweltschonend soll der Hausbau der Zukunft sein. Die HGB macht mit dem Grundstein für das dritte und letzte Haus der Wohnanlage Stadttor Ost den Anfang. Es entsteht weitgehend als Holz, vermutlich das erste in der Stadt aus Brettsperrholz.

Hamm-Osten – Das wird ein tolles Haus. Ganz aus Holz. Aber wo setzt man in so einem Gebäude einen Grundstein? Die Frage bereitete Thomas Jörrißen, Geschäftsführer der Hammer Gemeinnützigen Baugesellschaft (HGB), anfangs etwas Kopfzerbrechen. Ausgerechnet Bauvorschriften sorgten bei dieser Frage für Erleichterung. Dank Schall- und Brandschutz muss der Fahrstuhlbereich des dritten und letzten Hauses des Stadttores Ost aus Beton und von Stein umgeben sein.

So hatten Oberbürgermeister Marc Herter, HGB-Aufsichtsratsvorsitzender Karsten Weymann und Jörrißen am Mittwoch doch leichtes Spiel, den Grundstein an der Lippestraße/Ecke An der Steinernen Brücke zu setzen.

Wenn erst einmal das Holz geliefert sein wird, „haben wir hier etwas Einzigartiges geschaffen“, sagte Weymann. Bislang noch einzigartig in Hamm, denn wie es schon im Vorfeld hieß, markiere der vielleicht erste Bau in Brettsperrweise in der Stadt mitsamt der modernen Anlagentechnik ein Paradigmenwechsel im Häuserbau. Die HGB werde für Hamm ein tolles Zeichen setzen, meinte Weymann. „Wir machen sozialen Wohnungsbau mit sehr wenig Energieverbrauch und in Holzbauweise.“

Sichtlich gut gelaunt: HGB-Aufsichtsratschef Karsten Weymann (mit Zeitkapsel), HGB-Chef Thomas Jörrißen (Mitte) und Oberbürgermeister Marc Herter setzten im massiven Fahrstuhlbereich den Grundstein für das Holzhaus.

Dazu erstellte das Öko-Zentrum NRW ein Energiekonzept. Im Neubau wird modernste Anlagentechnik verbaut mitsamt einer Sole-Wasser-Wärmepumpe sowie einem Gas-Brennwertkessel kombiniert mit einer thermischen Solar- und einer Photovoltaikanlage. Der Energieeffizienzhausstandard 40 EE wird erreicht.

Die gestiegenen Baukosten hatten aber zunächst die Pläne für das HGB-Haus durchkreuzt. In eine Zeitkapsel des Grundsteins kam vermutlich deshalb nicht nur eine Ausgabe des Westfälischen Anzeigers, sondern auch etwas Münzgeld. „Damit immer Geld im Hause ist“, erklärte Jörrißen.

„Paradebeispiel“ in Hamm-Osten

Was für Haus und Hausbewohner symbolisch zu verstehen ist, weckt bei der HGB und ihrem richtungweisenden Bauprojekt unschöne Erinnerungen. Die drastisch gestiegenen Baupreise machten die Kostenkalkulation für das Drei-Millionen-Euro-Holzhaus mit eigentlich nur frei finanzierten Wohnungen zunächst zunichte. Aber wenn Verwaltung, Investor und Politik an einem Strang ziehen, sei eine Umstellung auf öffentliche Förderung möglich, sagte der HGB-Chef.

Das neue Haus sei ein „Paradebeispiel“, wie Investoren heute noch angesichts der gestiegenen Kosten in den Wohnungsbau investieren können, sagte Herter über eine Umstellung von frei in den öffentlich geförderten Wohnungsbau – der zudem noch dringend erforderlich ist. „Das war nicht einfach, aber führte am Ende zum Erfolg.“

Stadttor in Hamm-Osten aus Holz

Die städtische Tochter HGB wird so zum Vorbild für Investoren. In dem Sinne hofft Weymann, dass „wir in den kommenden Jahren ähnliche Neubauten, gern im sozialen Wohnungsbau, gern ohne Gas und Öl sehen können“.

Die Holzwände für das Stadttor Ost sollen im Juni aufgestellt werden. Sie mussten im Vorfeld bis ins Detail geplant werden. „Das wird das nächste Highlight“, sagte Jörrißen. Im Frühjahr 2024 soll das neue Haus bezogen werden können.

Das Holzhaus in Hamm-Osten

Auf dem rund 1.180 m² großen Grundstück der ehemaligen Tankstelle und Autowerkstatt Wunder, Lippestraße 16, baut die HGB ein Achtfamilienhaus in Brettsperrholzbauweise, ausgestattet mit modernster Anlagentechnik. Wie bereits bei den ersten zweiten Bauabschnitten des Stadttores Ost stammt der Entwurf vom Architekturbüro Eichhorst + Schade.

Die Wohnfläche des öffentlich geförderten Wohnraums beträgt insgesamt rund 589 Quadratmeter. In den beiden Vollgeschossen entstehen je drei 2,5-Zimmer-Wohnungen mit 68 und 75 Quadratmetern. Im Staffelgeschoss bekommt die 2,5-Zimmer-Wohnung 78 Quadratmeter und eine 3,5-Zimmer-Wohnung 97 Quadratmeter.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare