Blutbad nach Fußball in der Schottschleife: Prozessbeginn
Hamm-Norden - 32 Mal soll er zugestochen haben. Herz, Leber, Lunge und Milz seines 52-jährigen Trinkkumpanen wurden am 19. Juni getroffen; der Mann verblutete noch in der Wohnung. Es war das Ende eines EM-Fußballfernsehabends mit reichlich Kokain und Wodka. Wegen Totschlags wurde der 41-jährige Verdächtige nunmehr vor dem Dortmunder Schwurgericht angeklagt.
Frankreich gegen die Schweiz und Rumänien gegen Albanien: Als die Spiele im EM-Land Frankreich abgepfiffen waren, muss es in der Etagewohnung an der Schottschleife zu einem fürchterlichen Streit gekommen sein. Während der 54-jährige Wohnungsinhaber sich bereits schlafen gelegt hatte, soll der Angeschuldigte – alle drei Männer kannten sich vom Szenentreff im Nordring-Park – gegen Mitternacht aus einem Messerblock in der Küche die Tatwaffe gezogen und über seinen Widersacher hergefallen sein. 32 Stich- und Schnittverletzungen zählte der Gerichtsmediziner später an dem Leichnam, wegen des Drogen- und Alkoholkonsums gehen Gutachter beim mutmaßlichen Täter von einer verminderten Schuldfähigkeit aus.
Mit der 22 Zentimeter langen Tatwaffe und dem Handy des Opfers stürmte der 41-Jährige anschließend aus der Wohnung und machte sich zu Fuß auf den Weg in Richtung Innenstadt. Hier soll er mit seiner Lebensgefährtin telefoniert und die Tat gestanden haben. Getrieben von Suizidgedanken, soll er geäußert haben, dass er hoffe, von der Polizei auf seiner Flucht erschossen zu werden. Falls nicht, werde er sich mit dem Messer selbst die Kehle durchschneiden, soll er der Frau mitgeteilt haben.
Zwei Polizisten entdeckten den Flüchtigen schließlich auf der Münsterstraße. Weil der 41-Jährige sich nicht von dem Messer trennen wollte, zog einer der Beamten seine Dienstwaffe. Zwei Schüsse feuerte dieser ab, ein Projektil traf den Oberschenkel des Mannes, der anschließend ins Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg eingeliefert wurde.
Es war damals bereits das dritte Tötungsdelikt des Jahres auf Hammer Boden. Über eine Zulassung der Anklage ist noch nicht entschieden worden.
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