CDU-Fraktion fordert schnelleren Abriss
64 neue Parkplätze sollen schäbige Parkpalette am Ökozentrum ersetzen
Die Parkpalette am Ökozentrum zählt zu den Schandflecken im Stadtbezirk Heessen, der Abriss ist geplant und sollte eigentlich längst erfolgt sein. Ein neues Datum für den Beginn der Arbeiten gibt es nicht, doch immerhin kommt zwischen Sachsenweg und Bahnlinie jetzt etwas Bewegung rein.
Heessen – Laut Beschlussvorschlag für die Sitzungen der Heessener Bezirksvertretung am 8. März und des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnen und Mobilität (SWM) am 22. März sollen an der Alfred-Fischer-Halle Ersatzparkplätze für die wegfallende Palette errichtet werden. In Verlängerung zum bereits bestehenden Parkplatz sollen nach Osten hin zur Bahn 77 neue Stellflächen entstehen. Denn für Veranstaltungen in der Fischer-Halle würde laut Stadt das Kontingent nach dem Abriss nicht mehr ausreichen.
Bislang stehen gegenüber der Alfred-Fischer-Halle 58 Parkplätze und sechs Parkmöglichkeiten, die für Behinderte ausgeschildert sind, zur Verfügung. 141 wären es nach Abschluss der Baumaßnahme insgesamt. Die neue Anlage soll einen zwei Meter breiten Grünstreifen erhalten, dazu sollen Bäume angepflanzt werden. Der Grund wurde von der Stadt bereits erworben, die Gesamtkosten sollen sich auf 195 000 Euro belaufen und stehen bereits zur Verfügung.
Als Termin für die Abrissarbeiten wird allerdings von der Verwaltung lediglich „voraussichtlich 2023“ genannt. Dabei hieß es bereits, das Areal solle 2022 dem Erdboden gleich gemacht werden – die Anlage wird schon länger kaum genutzt und verwahrlost dementsprechend.
Unerwünschter Szenetreff
Deshalb fordert die CDU-Fraktion in der Heessener Bezirksvertretung weiter den baldigen Abriss. Es müsse zügig etwas geschehen und nicht erst in zwei Jahren, erklärt die CDU-Bezirksfraktionsvorsitzende Gabriele Beltrop-Hengst, die nicht nachvollziehen kann, warum der seit Jahren diskutierte Abriss noch nicht erfolgt ist.
Bei der Fraktion seien immer mehr Beschwerden bezüglich des Parkdecks eingegangen. Die CDU spricht in einer Pressemitteilung von Ruhestörung, Vandalismus, einer Drogenszene und Prostitution im wenig einsehbaren Umfeld. „Und es wird nicht besser“, sagt Beltrop-Hengst. Auch bei den anliegenden Handwerksbetrieben sei schon eingebrochen worden, bei manchen bereits mehrfach.
Dass für den Wegfall der Parkmöglichkeiten Ersatz geschaffen werden müsse, ist der CDU-Bezirksfraktionsvorsitzenden bewusst, doch sie stellt die Frage, wem die Anlage überhaupt noch diene. „Wer stellt denn dort sein Auto drauf?“, so Beltrop-Hengst mit Blick auf den Unrat vor Ort und dem geringen Sicherheitsgefühl für das eigene Fahrzeug. Seinen Zweck als Parkdeck erfülle das Gebäude aus ihrer Sicht nicht mehr. „Weg damit“, fordert sie.
Die Union sieht zudem auch Polizei und Kommunalen Ordnungsdienst in der Pflicht. CDU-Bezirksvertreter Heinrich Köpp erwartet Sofortmaßnahmen, mit denen Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung begegnet wird. Geplant ist, die vorhandenen Grundstücke und auch die durch den Abriss frei werdenden für Gewerbebetriebe zu nutzen. „Auch daher dürfen wir die Dinge in dem Bereich jetzt nicht einfach laufen lassen“, sagt Beltrop-Hengst.
Weitere Fläche für kleines Gewerbe
Mit dem Ziel, im Ökozentrum Gewerbe oder Dienstleistungsunternehmen anzusiedeln, ist die Verwaltung im weiteren Verlauf des Sachsenwegs auf einem kleineren Grundstück derweil weiter gekommen. An der Anhalterstraße Richtung Halde der ehemaligen Zeche Sachsen ist eine Umwandlung einer rund 4000 Quadratmeter großen Fläche vorangetrieben worden und die Änderung des Bebauungsplans in ein Gebiet für kleinteiliges Gewerbe liegt nun als Beschlussvorlage vor. Das Areal war in den 1990er Jahren als Parkplatz festgelegt worden. Letztlich waren aber auf einem Viertel der insgesamt 90 mal 45 Meter großen Fläche öffentliche Stellflächen errichtet worden. Der meiste Teil der Restfläche wurde für eine privatbetriebliche Stellplatzanlage aufbereitet. Diese Nutzung wurde bereits aufgegeben und vom Eigentümer ein Antrag gestellt, das Gelände einer gewerblichen Nutzung zuzuführen.
Die Stadt wird deshalb nun, wenn Heessens Bezirksvertretung, SWM-Ausschuss und Hauptausschuss zustimmen, zum einen den öffentlichen Parkplatz um etwa 15 Meter erweitern und zudem die Umwandlung nutzen, um eine bislang nicht vorhandene Pufferzone zur sich nördlich anschließenden bewaldeten Halde zu schaffen. Erst in einem Abstand von 22 Metern dazu darf ein maximal dreigeschossiges Gebäude auf einem Grundstück von 15 mal 27 Metern gebaut werden.