Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wetter-Modelle deuten Winterstart an – und liefern überraschende Schnee-Prognose für Weihnachten

Der Dezember 2025 könnte zu warm starten. Doch zwischen Grillwetter und plötzlichem Wintereinbruch ist noch alles drin. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung,

Hamm – Das US-Klimamodell CFS prognostiziert für Dezember 2025 aktuell eine Temperaturabweichung von rund einem bis zwei Grad gegenüber der Referenzperiode 1991–2020. Klingt auf den ersten Blick unspektakulär, kann aber viel bedeuten. Im Mittel würde der Monat damit deutlich milder ausfallen als ein klassischer Winterstart – doch ein Monatsmittel sagt nichts über einzelne Wochen oder Tage aus.

Der Dezember 2025 soll laut CFS-Klimamodell der NOAA rund 1 bis 2 Grad wärmer als das Mittel 1991 bis 2020 ausfallen.

Ein Plus von zwei Grad kann sich in häufigeren Süd- und Westlagen äußern, mit feuchter Atlantikluft, Tauwetterphasen und gelegentlichen Föhnlagen im Alpenraum. Solche Großwetterlagen können punktuell fast schon frühlingshaft wirken, besonders im Süden, während es im Norden auch mal nasskalt bleiben kann. Ein milder Mittelwert bedeutet also nicht, dass Winterstimmung ausgeschlossen ist, sondern dass sie sich seltener durchsetzt oder kürzer anhält.

Wetter-Prognose für Dezember: Grillwetter an Heiligabend oder Schneefall wie 2010?

Extreme Dezember-Kontraste hat es bereits gegeben. Föhnlagen brachten in Bayern und Teilen Österreichs an Weihnachten schon Temperaturen um 20 Grad, manchmal mit strahlender Sonne und fast schon Biergarten-Atmosphäre. Gleichzeitig zeigt die Vergangenheit, dass Winter plötzlich und heftig zurückkommen kann: 2010 sorgte arktische Kälte für meterhohe Schneemassen und Verkehrschaos.

Solche Extremereignisse bleiben grundsätzlich möglich, auch wenn die Wahrscheinlichkeiten unterschiedlich sind. Ein sehr milder Dezember wird heutzutage statistisch häufiger, doch kurze Wintereinbrüche können trotzdem überraschend auftreten, zum Beispiel bei Nordostlagen oder einem kurzzeitig gestörten Polarwirbel.

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Wie realistisch ist weiße Weihnacht?

Die Langfristprognose lässt aktuell eher einen milden Monatscharakter erwarten, aber das Weihnachtswetter bleibt offen. Selbst in milden Dezembern gab es immer wieder kurze Schneefenster, vor allem in höheren Lagen und im Süden. Die Chance auf weiße Weihnachten ist im Tiefland ohnehin begrenzt, besonders in Zeiten des Klimawandels, aber sie verschwindet nicht völlig.

Realistisch ist ein wechselhafter Dezember mit milden Phasen und einzelnen winterlichen Abschnitten. Wer auf Winterzauber hofft, sollte die kurzfristigen Prognosen Mitte Dezember abwarten. Und wer lieber Plätzchen auf der Terrasse genießt, sollte den Grill zwar nicht fest einplanen, aber vielleicht trotzdem bereithalten – zur Sicherheit.

Rubriklistenbild: © US-Wetterdienst NOAA / CFS-Klimamodell

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