Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Überraschung an Weihnachten? Neue Einschätzung zu Schnee an Heiligabend – so stehen die Chancen
Weiße Weihnachten klingt traumhaft, doch wie realistisch ist Schnee in deutschen Großstädten? Die Zahlen überraschen. Eine Wetter-Kolumne vom Dominik Jung.
Hamm – Im Norden und Westen Deutschlands ist ein verschneites Weihnachtsfest eher Ausnahme als Regel. Atlantische Tiefdruckgebiete sorgen häufig für milde, feuchte Luftmassen, die zwar winterlich trüb, aber selten schneereich sind. Hamburg und Bremen erreichen historisch rund 20 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke am 24. Dezember.
Köln, Düsseldorf und Dortmund schneiden noch magerer ab: meist sind es nur zehn bis 15 Prozent. Statt glitzernder Winterlandschaft herrscht häufig Nieselregen oder trockenkaltes Grau. Besonders im Rheinland zeigt sich Schnee oft erst im Januar – wenn überhaupt. Wer dennoch auf weiße Weihnachten hofft, braucht Glück und eine stabile Kältephase, die bislang nur selten exakt zum Fest eintrifft.
Wetter an Weihnachten: Moderate Chancen auf Schnee an Heiligabend
Frankfurt überrascht mit etwa 15 bis 20 Prozent Schneewahrscheinlichkeit, trotz seiner vergleichsweise zentralen Lage. Berlin liegt historisch etwas besser mit rund 20 bis 25 Prozent, unterstützt durch gelegentliche kontinental kalte Luftströme aus dem Osten. Leipzig zeigt sich traditionell schneefreundlicher und darf sich in etwa jedem vierten Jahr über weiße Weihnachten freuen. Doch auch hier gilt: Kälte allein reicht nicht, es muss gleichzeitig Niederschlag fallen. Häufig sind die Feiertage frostig und trocken oder werden kurz vorher von milderen Luftmassen überrollt. Die Statistiken mahnen also zur Vorsicht, selbst wenn die gefühlte Erwartung höher liegt.
Der Süden ist Deutschlands bestes Terrain für Weihnachts-Romantik
Die höchsten Chancen unter den großen Städten hat München mit rund 25 bis 30 Prozent. Auch Stuttgart erreicht etwa 20 Prozent. Der Süden profitiert häufiger von winterlichen Wetterlagen und Kaltluft aus dem Alpenraum. Allerdings dominieren dort zu Weihnachten auch gerne stabile Hochdrucklagen, die zwar Sonne und frostige Klarheit bringen, aber keinen Schnee mehr nachliefern.
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Wer auf echte Weihnachts-Wintermagie hofft, ist in Bayern also statistisch am besten aufgehoben – wenngleich es auch dort nicht jedes Jahr ein weißes Fest wird. Und wie sieht es nun in diesem Jahr aus? Die Wahrheit: Diese Werte sind langfristige Klimastatistiken. Eine konkrete Prognose lässt sich seriös erst etwa zehn Tage vor Weihnachten treffen. Bis dahin bleibt Spannung – und ein Funken Hoffnung auf weiße Feiertage.
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