Kolumn vom Meteorologen Dominik Jung
Winter schon vorbei? Erstaunliches Wetterphänomen steuert auf Deutschland zu
Ein kurzer Wintergruß brachte eisige Nächte und strengen Frost. Doch jetzt steuert Deutschland auf milde Dezembertage zu. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Das vergangene Wochenende markierte in einigen Regionen Deutschlands die wohl kälteste Phase seit mehreren Jahren. Weit verbreitet sanken die Temperaturen nachts auf minus 10 bis minus 15 Grad, teils sogar noch etwas darunter. Diese markante Kälte wurde aber rasch durch eine deutlich mildere Luftmasse verdrängt.
Bereits am Dienstag erreichten die Höchstwerte im Westen nahezu 8 Grad, und auch die Tiefsttemperaturen liegen inzwischen vielerorts über dem starken Frostniveau der Vortage. Während im Südosten weiterhin Schneefälle auftreten und dort zumindest vorübergehend winterliche Stimmung herrscht, bleibt der überwiegende Rest des Landes in Sachen Winter eher leer aus. Für viele Regionen steht damit weiterhin ein grünes, nicht verschneites Landschaftsbild auf dem Programm.
Kaum Winterchancen bis Mitte Dezember – milde Höhenluft übernimmt
Ein Blick auf die Großwetterlage zeigt, warum sich der Winter derzeit so schwertut. Ab Anfang Dezember strömt in der Höhe außergewöhnlich milde Luft ein, die Temperaturen in rund 1500 Metern Höhe erreichen, was für die Jahreszeit deutlich über dem Durchschnitt liegt.
Am Boden bedeutet das verbreitet 5 bis 10 Grad, im Westen können stellenweise sogar 13 oder 14 Grad erreicht werden. Diese Luftmasse ist schlicht zu warm, um selbst bei Niederschlag winterliche Verhältnisse in tiefen Lagen entstehen zu lassen. Bis etwa zum 10. Dezember sind daher keine nennenswerten Signale für winterliches Wetter in den Tieflagen zu erkennen.
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War das schon der Winter – oder kommt noch etwas?
Viele fragen sich nun, ob dieser kurze Frostvorstoß bereits die kälteste Phase des gesamten Winters 2025/26 gewesen sein könnte. Eine endgültige Antwort ist noch nicht möglich, doch meteorologisch wäre ein solches Szenario durchaus denkbar. Die ersten Wochen des meteorologischen Winters sind häufig mild, und entscheidende Kälteimpulse entstehen meist erst durch Umstellungen im Polarwirbel oder durch blockierende Hochdrucklagen – beides ist momentan nicht in Sicht.
Während in den Alpen bereits echter Winter eingezogen ist, bleibt es abseits der höheren Lagen erstmal frühlingshaft mild. Für ein verlässliches Urteil, ob „der Winter schon vorbei ist“, ist es allerdings eindeutig zu früh.
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