Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Jahrhundertwinter? Wetter-Prognosen deuten nun in eine völlig überraschende Richtung
Statt eisiger Rekorde kippt der Winter plötzlich auf die warme Seite. Was jetzt bevorsteht, überrascht selbst Experten. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Nach Nikolaus (6. Dezember) und dem zweiten Advent (7. Dezember) setzt sich in Deutschland eine ungewöhnlich milde Dezemberphase fest, die rund zwei Wochen lang jedes winterliche Signal zuverlässig abblockt. Von Frost, Schnee oder auch nur kurzzeitigem Wintergefühl fehlt jede Spur. Der bisher einzige Hauch von Kälte lag Wochen zurück und dauerte kaum ein Wochenende im November.
Bis zum vierten Advent (21. Dezember) ist nichts in Sicht, das diesen Wetter-Trend brechen könnte. Stattdessen dominiert eine großräumige Strömung aus westlichen und südlichen Richtungen, die fortlaufend milde Luftmassen heranführt. Die Atmosphäre zeigt dabei eine bemerkenswerte Stabilität, die alle Hoffnungen auf frühwinterliche Überraschungen zunichtemacht.
Frühlings-Wetter statt Winter-Intermezzo mit Rekordwärme
Während viele noch an möglichen Polarwirbelkollaps, Extremkälte oder spektakuläre Schneefälle glaubten, drehen die Wetter-Modelle nun eindeutig ins Warme. Die Wahrscheinlichkeit eines außergewöhnlichen Winters steigt weiter – allerdings nicht in Richtung Kälte, sondern Rekordwärme. Genau das hatten einige Langfristprognosen schon Monate zuvor angedeutet, doch zwischenzeitliche Schlagzeilen über drohende arktische Ausbrüche lenkten davon ab.
Jetzt zeigt sich klar: Der Polarwirbel bleibt stabil, und die großräumigen Muster begünstigen ein signifikant überdurchschnittliches Temperaturniveau. Besonders der Februar fällt in den Berechnungen auf, da er in vielen Szenarien deutlich zu warm ausfällt und neue Rekordmarken erreichen könnte. Damit rückt ein „Jahrhundertwinter nach oben“ in greifbare Nähe.
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Wetter-Prognosen zeigen deutlichen Trend – „Jahrhundertwinter“ der völlig anderen Art
Der Januar 2026 bietet als einziger Monat noch ein gewisses Potenzial für winterliche Episoden. Leichte Verschiebungen im Strömungsmuster könnten zeitweise mildere Luft ausbremsen und einzelne Regionen in ein kurzfristiges Winterintermezzo bringen. Ob diese Phasen jedoch überhaupt entstehen und ob sie mehr als ein kurzes Signal bleiben, ist offen.
Der übergeordnete Trend zeigt weiterhin eine deutliche Dominanz warmer Luftmassen und eine sehr aktive Westlage. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass der Winter 2025/26 nicht durch frostige Extremereignisse in Erinnerung bleibt, sondern durch eine markante Anomalie nach oben – möglicherweise ein Rekord- oder sogar Jahrhundertwinter der völlig unerwarteten Art.
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