Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Brisante Wetterberechnung zum Jahreswechsel: Wintereinbruch nach Weihnachten immer wahrscheinlicher

Bis Weihnachten passiert kaum etwas. Danach könnte das Wetter kippen. Hochdruck, milde Temperaturen und dann plötzlich Kälte. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Aktuell zeigt sich das Wetter erstaunlich unspektakulär. Ein stabiles Hoch bestimmt das Geschehen und sorgt vielerorts für Hochnebel, Dunst und nur gelegentliche Sonnenfenster. Entscheidend ist weniger die Temperatur als die Frage, ob sich die Sonne überhaupt durchsetzen kann. Dort, wo sie es schafft, wird es ungewöhnlich mild. Bereits zu Wochenbeginn wurden frühlingshafte Eindrücke geliefert, und auch Dienstag und Mittwoch bringen regional Sonnenschein.

Dauerfrost nach Weihnachten? Das GFS-Modell berechnet das aktuell so, doch es steht mit dieser extremen Prognose noch recht alleine da.

Im Westen sind Spitzenwerte bis zu 14 Grad möglich, Werte, die man eher aus dem März kennt als aus der zweiten Dezemberhälfte. Niederschläge bleiben die Ausnahme, Schnee ist weit und breit kein Thema. Bis Weihnachten setzt sich dieses ruhige, leicht zu milde Muster fort. Große Wetterüberraschungen sind nicht zu erwarten, das Geschehen wirkt festgefahren und gleichförmig.

Wetter-Wende im Dezember: Bewegung im Hoch bringt neue Optionen

Spannend wird es erst nach den Feiertagen (ab 27. Dezember). Dann beginnen die Modelle, Bewegung in das bisher dominierende Hochdruckgebiet zu bringen. Die entscheidende Frage lautet, wohin und wie schnell sich dieses Hoch verlagert. Aktuell wird eine Verschiebung nach Westen favorisiert. Damit würde sich aus östlichen Richtungen der Weg für kältere Luftmassen öffnen.

Noch ist offen, ob es nur bei mäßiger Kälte bleibt oder ob deutlich winterlichere Luft nach Mitteleuropa vorstoßen kann. Schon kleine Änderungen in der Hochposition entscheiden darüber, wie weit sich kalte Kontinentalluft nach Westen ausbreiten kann. Die Bandbreite reicht derzeit von frostigem, aber trockenem Winterwetter bis hin zu markantem Kälteeinbruch.

Russische Kälte als möglicher Gamechanger

Besonders brisant ist der Blick nach Russland und Sibirien. Dort lagern massive Kältereserven, die bei einer passenden Großwetterlage angezapft werden könnten. Wie weit sich dieser Gefrierschrank öffnet, ist noch unsicher. Einige Modelle, allen voran das US-Wettermodell, rechnen zum Jahreswechsel sogar mit einem kräftigen Wintereinbruch.

Schnee könnte dann bis in tiefe Lagen fallen. Andere Szenarien bleiben deutlich zurückhaltender. Klar ist aber: Ab Weihnachten kommt Bewegung ins Spiel, und die ruhige Phase endet. Die kommenden Tage werden zeigen, welche Variante sich durchsetzt. Wir bleiben dran, denn selten war die Wetterlage so offen und gleichzeitig so spannend.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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