Klebe-Aktion zum Ferienstart

Millionenstrafe möglich: „Letzte Generation“ muss nach Flughafen-Blockade mit schweren Konsequenzen rechnen

Die „Letzte Generation“ steht für den Flughafen-Streik in der Kritik. Es könnte noch schlimmer kommen: Justizminister Buschmann spricht von „millionenschweren Schadensersatzforderungen“.

Update vom 14. Juli, 11.19 Uhr: Die „Letzte Generation“ kassiert heftige Kritik für die Klebe-Aktionen an den Flughäfen in Hamburg und Düsseldorf. Besonders harte Worte fanden NRW-Innenminister Reul („Keine Aktivisten, sondern Kriminelle“) und CDU-Fraktionschef Thering (Verbrecher der ‚Letzten Generation‘).

Tatsächlich waren sich beinahe alle etablierten Parteien einig: Mit der Flughafen-Blockade ist die Protestgruppe zu weit gegangen. Einzig die Linken zeigten sich bislang verständnisvoll. „Die Aktion der ‚Letzten Generation‘ am Hamburger Flughafen gegen die staatliche Untätigkeit beim Klimaschutz ist von ihrer Auswirkung her die bisher weitreichendste. Und auch die Frage nach der Verantwortung des Luftverkehrs für die Verschärfung der Klimakatastrophe ist wohl zielgenau aufgeworfen worden. Insofern ist das Ziel der ‚Letzten Generation‘ erreicht worden“, zitiert das Hamburger Abendblatt den Linken-Umweltpolitiker Stephan Jersch.

Überhaupt kein Verständnis bringt Bundesjustizminister Marco Buschmann auf. Für den FDP-Politiker hat die „Letzte Generation“ eine rote Linie überschritten. Er schreibt auf Twitter: „Viele Menschen freuen sich auf ihren verdienten Urlaub. Wenn die ‚Letzte Generation‘ ihnen diese Freude nimmt, untergräbt sie die Akzeptanz für mehr Klimaschutz.

Und spricht von Konsequenzen: „Zudem müssen die Blockierer neben strafrechtlichen Folgen gegebenenfalls auch mit millionenschweren Schadensersatzforderungen rechnen.“

Flug-Chaos nach Protest der „Letzten Generation“: Teile der Rollbahn herausgeschnitten

Update vom 13. Juli, 16.13 Uhr: Im Zusammenhang mit der Blockade des Hamburger Flughafens wurden zehn Klima-Aktivistinnen und Aktivisten der „Letzten Generation“ in Gewahrsam genommen. Nun sind sie wieder auf freiem Fuß. Gegen sie sind Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs, der Sachbeschädigung sowie Widerstands beziehungsweise Beihilfe dazu eingeleitet worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Es handelt sich um vier Frauen im Alter von 24, 27, 31 und 43 Jahren und sechs Männer im Alter zwischen 19 und 63 Jahren.

Auch der Tatvorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr sei geprüft worden. Der Verdacht habe sich jedoch nicht erhärtet. Mangels Haftgründen seien die zehn Demonstranten freigelassen worden, sagte der Sprecher. Die Aktivistinnen und Aktivisten hatten sich Zugang zum Flughafengelände in Hamburg verschafft und sich jeweils zu Zweit an vier Stellen auf Zubringerwegen in der Nähe von Start- und Landebahnen festgeklebt. Der Flugbetrieb musste daraufhin für mehrere Stunden eingestellt werden. Beamte der Bundespolizei hätten die Aktivisten vom Boden gelöst, sagte ein Sprecher. Dabei seien auch Teile der Rollbahn herausgeschnitten worden.

Sicherheitspersonal und Polizisten stehen auf dem Flugfeld und versuchen Aktivisten der Gruppe Letzte Generation vom Asphalt zu lösen, nachdem sie sich festgeklebt haben.

Flug-Chaos nach Protest der „Letzten Generation“: Mehr als 50 Flüge fallen aus

Update vom 13. Juli, 13.44 Uhr: Insgesamt 50 Flüge mussten bis zum Mittag aufgrund des Protests der „Letzten Generation“ in Hamburg annulliert werden, davon 28 Abflüge und 22 Ankünfte. Zehn weitere wurden umgeleitet. In Düsseldorf waren die Auswirkungen geringer, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Dort mussten jedoch ebenfalls mehrere Flüge annulliert werden, es kam zudem zu Verspätungen.

Die Aktivisten verschafften sich in Hamburg über den Sicherheitszaun Zugang zum Flughafengelände. Mehrere Protestierende seien mit dem Fahrrad auf die Rollbahn gelangt. Der Hamburger Flughafen stellte seinen Flugbetrieb ab 6.10 Uhr für etwa vier Stunden vollständig ein. Zum Ferienstart war dort ein besonders hohes Flugaufkommen mit 330 Starts und Landungen mit 50.000 Passagieren geplant. Wie viele Passagiere betroffen waren, konnte die Sprecherin nicht sagen. Noch für den gesamten Donnerstag werden Auswirkungen erwartet. Am Flughafen Düsseldorf durchtrennten Aktivisten ebenfalls einen Zaun und gelangten zu Fuß auf das Vorfeld des Flugplatzes, wodurch die Fahrt der Flugzeuge zur Startbahn blockiert wurde.

Zahlreiche Reisende warten während einer Blockade eines Rollfeldes durch Klimaaktivisten im Terminal des Hamburger Flughafens.

Scharfe Kritik an der Protestaktion kommt unter anderem von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). „Diese gefährlichen Eingriffe in den Verkehr müssen ein Ende haben“, sagte er dem Portal t-online. Was die „Letzte Generation“ betreibe, sei „kein Klimaschutz, sondern Kriminalität“. Die Aktivisten erwiesen dem Klimaschutz einen Bärendienst. „Wer anderen den verdienten und lange ersehnten Jahresurlaub vermiest, trägt zur Spaltung unserer Gesellschaft bei“, sagte Wissing. „Der Rechtsstaat muss hier hart durchgreifen.“

„Letzte Generation“ blockiert Flughäfen: NRW-Minister tobt - „Keine Aktivisten, sondern Kriminelle“

Update vom 13. Juli, 12.02 Uhr: Auch am Flughafen in Düsseldorf hat der Protest der „Letzten Generation“ zu erheblichen Störungen geführt. Wie 24rhein.de berichtet, haben sich mehrere Klimaaktivisten nahe der südlichen Start- und Landebahn festgeklebt. „Der Flugbetrieb wurde daraufhin zeitweise eingestellt“, erklärte der Flughafen Düsseldorf in einer Pressemitteilung.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Hertbert Reul geht die „Letzte Generation“ für die Flughafen-Blockade scharf an. „Diese Klima-Chaoten sind keine Aktivisten, sondern Kriminelle. Flugzeuge, die die Landung abbrechen müssen, Familien, denen man den Start in den Urlaub verderben will – das hat rein gar nichts mit legitimem Protest zu tun. Wer das mitmacht, muss wissen: Gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr und Nötigung sind Straftaten.“

Klebe-Aktion am Flughafen: Die „Letzte Generation“ streikt in Hamburg und Düsseldorf.

„Wir protestieren gegen die Planlosigkeit und den Gesetzesbruch der Regierung in der Klimakrise“, hatte die Gruppe die Klebe-Aktion selbst begründet, „wo, wenn nicht auf einem Flughafen, ist der richtige Ort gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zu protestieren?“

Wie Reisende ihre Rechte jetzt geltend machen können, und wo die Haken sind, darüber berichtet auch wa.de.

„Letzte Generation“ blockiert große Flughäfen in Deutschland: Klimaaktivisten kleben auf dem Rollfeld

Erstmeldung vom 13. Juli, 6.43 Uhr: Hamburg – Die „Letzte Generation“ blockiert offenbar die Flughäfen in Hamburg und Düsseldorf. Am frühen Donnerstagmorgen klebten sich Aktivisten auf die Rollbahnen.

„Letzte Generation“ blockiert Flughäfen in Hamburg und Düsseldorf

Eine Sprecherin der Bundespolizei am Flughafen Hamburg teilt auf Anfrage von IPPEN.MEDIA mit, es befänden sich vier unberechtigte Personen auf dem Flughafengelände. Ob sie Mitglieder der „Letzten Generation“ seien, konnte die Polizei bislang nicht feststellen. Die Inspektion in Düsseldorf war am Morgen noch nicht zu erreichen.

Die „Letzte Generation“ postete selbst Fotos und Videos von der Aktion bei Twitter. Nach eigenen Angaben hat die Gruppe die Rollbahnen in Hamburg und Düsseldorf seit sechs Uhr morgens blockiert.

Offenbar haben die Aktivisten Zäune zerschnitten, um sich Zugang zu den Flughafenbereichen zu verschaffen. Die Bundespolizei ist sowohl in Hamburg als auch in Düsseldorf im Einsatz, berichtet unter anderem die Bild-Zeitung.

Flugbetrieb in Hamburg unterbrochen: „Letzte Generation“ protestiert zum Ferienstart

In Hamburg beginnen heute (13. Juli) die Sommerferien, Nordrhein-Westfalen ist bereits mittendrin. Den Flugverkehr zum Ferienstart in der Hansestadt hat die „Letzte Generation“ mit der Klebe-Aktion offenbar empfindlich gestört. „Aus Sicherheitsgründen ist der Flugbetrieb aktuell unterbrochen, weil sich unbefugte Personen Zutritt zum Flughafengelände verschafft haben“, schreibt der Flughafen Hamburg. Der Flughafen Düsseldorf gab noch keine Informationen bekannt. (moe)

Rubriklistenbild: © Letzte Generation

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