Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Arktische Polarfront walzt über Deutschland: Winter-Comeback bringt Schnee und massives Glättepotenzial

Während die Jecken feiern wollen, setzt ein Winter-Comeback an. Eine Polarfront bringt Schnee bis in tiefe Lagen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Bis Freitag (13. Februar) liegt Deutschland noch auf der warmen Seite der Frontalzone mit Regen und Wind. Doch zum Samstag (14. Februar) greift die arktische Polarfront über. Als Polarfront bezeichnen Meteorologen die Grenze zwischen milder Atlantikluft und deutlich kälterer Polarluft. Mit ihrem Durchzug setzt starke Kaltluftadvektion ein, also das rasche Heranführen kalter Luftmassen durch den Wind.

Schneewalze ab Sonntagabend (15. Februar) in der Nacht auf Rosenmontag (16. Februar).

Dadurch fallen die Temperaturen auch in der Höhe schnell, die Schneefallgrenze sinkt bis in tiefe Lagen. Schauer gehen zunehmend in Graupel oder Schnee über. Besonders tückisch ist der schnelle Wechsel von nasser zu winterlicher Fahrbahn, der Brücken, Nebenstraßen und Aufbauten entlang der Umzüge gefährlich rutschig machen kann.

Wetter-Prognose: Schneetiefs entlang der baroklinen Zone

Zum Sonntag (15. Februar) und in der Nacht auf Rosenmontag (16. Februar) verschärft sich die Lage weiter. Entlang einer sogenannten baroklinen Zone entstehen kleinräumige Schneetiefs. Der Begriff beschreibt einen Bereich mit starken Temperaturgegensätzen, in dem sich Tiefdruckgebiete besonders leicht entwickeln. Diese Schneetiefs verstärken die Niederschläge im Westen und bringen Schnee bis ganz nach unten.

Im Rheinland sind mehrere Zentimeter möglich, lokal bis etwa fünf. Problematisch ist vor allem die Frühphase am Rosenmontag: Schneefall trifft auf kalte Böden, dazu kommt überfrierende Nässe. Straßenglätte, stockender Verkehr und mögliche Verzögerungen bei Umzügen sind wahrscheinlich, da Räumdienste regional stark gefordert sein könnten.

Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten

Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten

Erhöhtes Risiko für Feiernde und Infrastruktur

Für Karnevalisten bedeutet die Lage erhöhte Vorsicht. Vereiste Gehwege und schlechte Sicht können schnell zu Stürzen oder Unfällen führen. Veranstalter müssen flexibel planen, denn Schneeschauer können lokal plötzlich intensiver ausfallen. Auch Infrastruktur kann betroffen sein, wenn nasser Schnee Bäume oder Leitungen belastet.

Wichtig sind Winterreifen, mehr Zeit für Anreise und ein wachsamer Blick auf aktuelle Warnungen. Der Winter zeigt sich ausgerechnet zu den närrischen Tagen dynamisch und wechselhaft. Wer die meteorologischen Signale versteht und vorbereitet ist, kann trotzdem sicher feiern, auch wenn der Rosenmontag diesmal unter einem deutlich kälteren Vorzeichen steht. Auch in Nordhessen wird das Wetter ungemütlich.

Rubriklistenbild: © wxcharts.com

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare