Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Konkrete Wetter-Konstellation könnte brisantes Szenario schüren – Frühlings-Prognose wackelt
Erst Schnee, dann frühsommerliche 20 Grad: der Februar 2026 zeigt sich wechselhaft. Doch hinter der milden Fassade braut sich etwas zusammen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Der Februar 2026 fühlt sich an wie ein Wetter-Roulette. Noch vor wenigen Tagen versanken ganze Regionen im Schnee, Straßen waren dicht, der Verkehr kollabierte. Und plötzlich schießen die Temperaturen nächste Woche auf bis zu 20 Grad. Straßencafés füllen sich, die Sonne hat Kraft, erste Knospen wagen sich hervor. Viele stellen sich bereits die Frage: War’s das mit dem Winter?
Meteorologisch betrachtet ist die Sache deutlich komplizierter. Solche Temperaturkapriolen sind im Spätwinter kein Beweis für ein dauerhaftes Frühlingshoch. Im Gegenteil: Extreme Schwankungen deuten oft auf eine labile Großwetterlage hin.
Polarwirbel unter Druck – Wetter-Gefahr für März und April
Warme Luftmassen aus dem Süden können sich kurzfristig durchsetzen, während kalte Reserven im Norden nur auf ihre Chance warten. Genau diese Konstellation macht den weiteren Verlauf so brisant.
Entscheidend ist jetzt der Blick in die Stratosphäre. Der Polarwirbel zeigt sich geschwächt und teils deformiert. Kommt es zu einer weiteren Störung oder gar einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung, kann die Zirkulation über Europa komplett kippen. Dann drohen blockierende Hochdrucklagen über dem Atlantik oder Skandinavien – mit der Folge, dass arktische Kaltluft nach Mitteleuropa ausgreift.
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Für den Frühling 2026 hieße das: Statt stabiler Wärme könnten uns im März und sogar im April markante Kaltlufteinbrüche bevorstehen. Spätfröste wären Gift für die bereits angelaufene Vegetation, auch Schnee bis ins Flachland ist keineswegs ausgeschlossen.
Der Februar liefert also keinen Abgesang auf den Winter, sondern womöglich nur die Ruhe vor der nächsten Wetterwende. Der Frühling steht bereit – doch der Winter spielt noch längst nicht sein letztes Blatt.
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