Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Schnee an Weihnachten doch möglich? Aktuelle Wetterlage gibt erste Hinweise auf Dezember-Prognose
Ein abrupter Temperatursturz wirbelt die Wetterlage durcheinander. Doch was bedeuten Schnee, Frost und Kälte wirklich für den Dezember? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt - Innerhalb von nur drei Tagen ist Deutschland von rekordwarmen 23 Grad in ein nasskaltes, frühwinterliches Szenario gerutscht. Schneeregen bis in tiefe Lagen, gefrierende Nässe und sogar erste weiße Überraschungen am Morgen prägen die aktuelle Woche. In den Mittelgebirgen kündigen sich zum Wochenende (22. und 23. November) Temperaturen bis nahe minus 15 Grad an.
Ein solch abrupter Wetter-Wechsel sorgt für Aufmerksamkeit, denn es fühlt sich an wie ein atmosphärischer Umschwung, der „etwas Größeres“ einleiten könnte. Doch meteorologisch betrachtet ist ein einzelner Kälteeinbruch kein Garant für einen strengen Dezember – allerdings ist er ein Indiz dafür, dass die Großwetterlage in den Wintermodus schalten kann.
Dezember-Wetter: Was frühe Kälte über die kommenden Wochen wirklich verrät
Immer wieder kursiert die Behauptung: „Ist der November kalt, wird der Dezember mild“ – oder umgekehrt. Doch statistisch hält diese Regel kaum stand. Witterungsregeln sind teils Folklore, teils Kaffeesatz. Dennoch lassen sich aus der aktuellen Lage gewisse Hinweise ziehen: Die Atmosphäre zeigt Bereitschaft zu blockierenden Mustern, die kalte Luft nach Mitteleuropa lenken können.
Ein noch schwacher Polarwirbel erhöht die Chance auf wiederholte Kaltluftausbrüche. Gleichzeitig bleibt die Nordatlantik-Zirkulation wechselhaft. Kurz gesagt: Die Zutaten für einen kälteren Dezember sind vorhanden, aber noch nicht stabil zusammengerührt.
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Weiße Weihnachten: Echte Chance oder nur frühe Winterlaune?
Die entscheidende Frage: Steigen die Chancen für weiße Weihnachten? Kurzfristige Kälte im November verbessert sie nicht automatisch, doch sie zeigt, dass wintertaugliche Lagen funktionieren. Wenn blockierende Hochs im Dezember häufiger auftreten und der Polarwirbel schwächelt, erhöhen sich die Chancen tatsächlich – besonders in höheren Lagen und im Süden.
Für das Tiefland bleibt die Wahrscheinlichkeit wie immer moderat, aber aktuell eher leicht erhöht im Vergleich zu den letzten Jahren. Klar ist: Der diesjährige Winter startet energisch. Ob er durchhält, entscheidet sich in den nächsten zwei bis drei Wochen – und erst dann wird es wirklich spannend.
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