Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wettermodell überrascht mit aktueller Prognose: Schnee könnte sich bis zum Monatsende halten
Ein Wintersturm greift über Deutschland um sich. Laut Wettermodell könnten Schneefronten bis Monatsende weite Teile des Landes weiß färben. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt - Mehrere Tiefdruckgebiete sorgen in dieser Woche für eine Wetterlage, die Deutschland mitten im November unverkennbar in Richtung Winter kippt. Feuchte Atlantikluft trifft auf einströmende Kaltluft und erzeugt eine ausgedehnte Schneewalze, die sich schrittweise über große Teile des Landes ausbreitet.
In tieferen Lagen bleibt die Temperatur häufig knapp über dem Gefrierpunkt, sodass der Niederschlag dort meist als Schneeregen oder nasser Schnee fällt. In mittleren und höheren Regionen hingegen kann es innerhalb kurzer Zeit weiß werden. Die Temperaturunterschiede zwischen Boden- und Höhenluft begünstigen dynamische Entwicklungen, sodass sich wiederholt Schneebänder bilden, die lokal rasch für winterliche Verhältnisse sorgen. Besonders in den Mittelgebirgen wird die Schneedecke durch anhaltende Niederschläge rasch anwachsen.
Stürmische Wetter-Phase trifft mittlere und höhere Lagen
Mit dem Durchzug der Tiefdruckgebiete verstärken sich die Druckgegensätze, was zu verbreitet starken Winden führt. Vor allem in den Mittelgebirgen und in höheren Lagen kündigt sich eine ausgeprägte stürmische Phase an, die teils kräftige Böen mit sich bringt. In Kombination mit Schneefall entstehen dort verbreitet Verwehungen, die Straßen und Wege erschweren und den Verkehr beeinträchtigen können.
Während es in tieferen Regionen eher matschig bleibt, verwandeln sich Höhenlagen binnen Stunden in vollwertige Winterlandschaften. Die wiederholte Entwicklung kleinerer Randtiefs sorgt dafür, dass sich dieser winterlich-stürmische Charakter über mehrere Tage hinweg halten könnte.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten




GFS-Modell: Schnee bis Monatsende möglich
Besonders bemerkenswert sind die aktuellen Berechnungen des US-amerikanischen GFS-Modells, das bis zum 27. November die Möglichkeit einer weit verbreiteten Schneedecke in Deutschland andeutet. Auch wenn die Prognosen naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet sind, zeigt sich ein deutlicher Trend: Mehrere Kaltluftstöße könnten hintereinander über das Land ziehen und den winterlichen Charakter bis zum Monatsende stabilisieren.
Die Schneewalze würde demnach nicht nur einmal auftreten, sondern sich in mehreren Schüben regenerieren. Sollte dieses Muster Bestand haben, stünde Deutschland einer der frühesten und zugleich flächigsten Winterphasen der jüngeren Zeit gegenüber.
Rubriklistenbild: © metdesk / wxcharts.com
