Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Winter-Wetter: Schnee in mehreren Bundesländern möglich – Zwei konkrete Tage rücken in den Fokus
In der kommenden Woche kann Schnee bis in tiefe Lagen fallen. Niederschlagsabkühlung könnte die Schneefallgrenze lokal drastisch drücken. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Nach den deutlich zu warmen Tagen mit lokal über 20 Grad im Südwesten kündigt sich nun ein abrupter Wetter-Wechsel an. Ein Vorstoß kalter Luftmassen aus Norden lässt die Temperaturen bereits zu Wochenbeginn (17. November) kräftig abstürzen. Gleichzeitig ziehen mehrere kleine Tiefdruckgebiete über Deutschland hinweg und liefern den nötigen Niederschlag.
Während der Regen im Flachland zunächst unproblematisch erscheint, deutet sich in den Mittelgebirgen ab 400 bis 500 Metern Höhe eine klare Schneelage an. Dort könnten nach jetzigem Modellstand 5 bis 10 Zentimeter zusammenkommen, was besonders im Berufsverkehr zu erheblichen Störungen führen dürfte. Auch tiefer gelegene Regionen müssen sich auf wechselhafte Bedingungen einstellen, denn die Kombination aus Kaltluft, nächtlicher Auskühlung und Niederschlag birgt Überraschungspotenzial.
Phänomen Niederschlagsabkühlung könnte nun den ersten Schnee bringen
Das zentrale Phänomen, das den möglichen „Überraschungsschnee“ erklärt, heißt Niederschlagsabkühlung. Fällt Niederschlag – meist Regen – durch eine sehr trockene oder kältere Luftschicht, verdunstet ein Teil davon auf dem Weg zum Boden. Dieser Prozess benötigt Energie, die der Umgebung in Form von Wärme entzogen wird. Dadurch kühlt die Luft weiter ab.
Sinkt die Temperatur lokal unter den Gefrierpunkt, wandelt sich der anfängliche Regen in nassen Schnee um, selbst wenn die Luftmasse insgesamt eigentlich zu mild dafür wäre. Dieses Phänomen kann die Schneefallgrenze kurzfristig um mehrere Hundert Höhenmeter drücken. Genau das rechnen einige Modelle für Mittwochmorgen (19. November) und Donnerstagmorgen (20. Novemver), besonders für den Westen Deutschlands.
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Schnee in gleich mehreren Bundesländern möglich
Nach aktuellem Stand könnten insbesondere Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Teile von Hessen, Niedersachsen und Baden-Württemberg betroffen sein. Dort sind in den frühen Morgenstunden weiße Überraschungen bis 300 oder gar 200 Meter Höhe möglich.
Die stärksten Effekte treten dort auf, wo kräftiger Niederschlag auf bereits ausgekühlte Luft trifft. Gerade Pendler sollten die Lage im Blick behalten, denn ein winterlicher Einbruch mitten im Berufsverkehr ist nicht ausgeschlossen. Angesichts der Wetterlage gilt bereits jetzt: Winterreifen werden dringend empfohlen.
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