Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Extreme Mildluft erreicht Deutschland: Zahlreiche Rekorde geknackt – Wetter-Prognose für die kommenden Tage

Die Rekordwärme ist schneller und stärker eingetroffen als erwartet. Zahlreiche Regionen erreichten historische Nachtwerte und extreme Mildluft. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Wie erwartet und vorhergesagt hat die extreme Mildluft Deutschland erreicht und zahlreiche neue Rekorde gebracht. Besonders die Nacht von Sonntag auf Montag (8. Dezember) zeigte, wie außergewöhnlich dieses Ereignis ist: Trier-Zewen meldete mit 12,9 Grad die wärmste Dezembernacht seit 1907. Auch Bad Dürkheim verzeichnete mit 13,6 Grad einen neuen Höchstwert seit 1952. In Perl an der Mosel wurden 12,9 Grad gemessen, ebenfalls ein Rekord seit 1952. Kaiserslautern erreichte 12,3 Grad und übertraf damit alle Werte seit Messbeginn 1901.

Tauwetter bis in die Gipfellagen der deutschen Mittelgebirge. Bald wird kein Schnee mehr liegen.

Selbst am ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg wurde mit 12,2 Grad die wärmste Dezembernacht seit 1948 registriert. Diese außergewöhnlichen Werte verdeutlichen, wie stark die aktuelle Wetterlage von normalen Dezemberbedingungen abweicht.

Warum es so warm ist und welches Wetter jetzt noch folgt

Am Montag (8. Dezember) setzt sich die ungewöhnliche Wärme fort. Bundesweit steigen die Temperaturen auf über 10 Grad, am Oberrhein sogar auf 18 Grad, örtlich vielleicht knapp 19 oder 20 Grad. Die Ursache liegt in einer komplett umgestellten Wetterlage: Eine kräftige Südwestströmung transportiert sehr warme Luftmassen aus Westen und Südwesten nach Deutschland.

Über Westeuropa herrscht stürmisches Wetter, das diese Luft zusätzlich beschleunigt und weit ins Land hineinträgt. Dadurch wirkt die Wärme flächendeckend und außergewöhnlich intensiv.

Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten

Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
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Wie das Wetter weitergeht und was das für den Winter bedeutet

Trotz einer leichten Abkühlung bis zum dritten Advent bleibt es insgesamt deutlich zu mild, meist weiterhin über 10 Grad. Die vorhandene Schneedecke wird innerhalb weniger Stunden selbst in höheren Lagen weitgehend verschwinden, sodass vom Winterwetter kaum etwas übrig bleibt.

Neue Modellrechnungen des CFS-Klimamodells der US-Behörde NOAA deuten nun darauf hin, dass der Dezember 2025 zwei bis drei Grad wärmer ausfallen könnte als üblich. Sollte dieses Szenario eintreffen, wäre dies der wärmste Dezember seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

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