Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Offizielle Wetter-Warnung zu Weihnachten: Tückisches Kältephänomen hält wohl drei Tage
Eine offizielle Kältewarnung begleitet Weihnachten 2025: Erfrierungen drohen bereits nach kurzer Zeit im Freien. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
München – Weihnachten 2025 steht meteorologisch ganz im Zeichen einer Kältewarnung, obwohl die gemessenen Temperaturen allein keine Extremwerte erreichen. Der entscheidende Faktor ist ein strammer Ostwind, der trockene Kontinentalluft nach Mitteleuropa führt und eine ausgeprägte Windchill-Warnung notwendig macht. Besonders am Heiligabend sowie am ersten und zweiten Weihnachtstag sinken die gefühlten Temperaturen verbreitet bis auf minus 15 Grad.
Diese Werte erhöhen das Risiko für Erfrierungen deutlich, vor allem bei längeren Spaziergängen oder Weihnachtsbesuchen im Freien. Ungeschützte Hautpartien können bereits nach kurzer Zeit Schaden nehmen. Die Kombination aus Wind, trockener Luft und niedrigen Taupunkten lässt die Kälte aggressiver wirken als in feuchten Winterlagen. Dadurch wird dieses Weihnachtsfest subjektiv als eines der kältesten seit vielen Jahren wahrgenommen.
Kältewarnung durch Windchill statt Rekordfrost: Sonnenschein verstärkt die trügerische Wetter-Gefahr
Besonders tückisch ist der außergewöhnlich starke Sonnenschein. Weihnachten 2025 gehört zu den sonnigsten Feiertagsperioden seit langer Zeit. Unter Hochdruckeinfluss zeigen sich oft wolkenlose Himmel, klare Sicht und intensive Sonnenstrahlung. Doch genau diese Wetterlage verstärkt die Gefahr. Die Sonne vermittelt ein trügerisches Gefühl von Wärme, während der Ostwind ungebremst über die Landschaft fegt. Die tatsächliche Kälte wird dadurch unterschätzt, was das Risiko für Unterkühlung und Erfrierungen zusätzlich erhöht. Selbst bei positiven oder leicht negativen Messwerten fühlen sich die Bedingungen extrem winterlich an. Eine angepasste Kleidung mit Windschutz ist daher unerlässlich, auch bei scheinbar freundlichem Weihnachtswetter.
Ein Dezember der Gegensätze mit kaltem Finale
Der Dezember 2025 zeigt insgesamt ein bemerkenswertes Spannungsfeld. Trotz der Kältewarnung zu Weihnachten ist der Monat bisher der zweitwärmste Dezember seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Gleichzeitig zählt er zu den zehn trockensten und sonnigsten Dezembern überhaupt. Ab den Weihnachtstagen ändert sich dieser Eindruck spürbar. Die Ostlage bringt eine deutliche Abkühlung und beendet den milden Verlauf zumindest vorübergehend. Damit endet der Monat mit einem markanten Kontrast: statistisch außergewöhnlich warm, trocken und sonnig, gefühlt jedoch mit einem der kältesten und gefährlichsten Weihnachtsabschnitte der letzten Jahre.
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