Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Düstere Prognose für Januar: Wetter-Modell enthüllt bittere Winter-Wahrheit
Der Januar gilt als Hochwintermonat. Doch NOAA-Daten schicken ein gemischtes Signal. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Für viele Winterfreunde ist der Januar bis heute der Inbegriff des Hochwinters. Tiefer Frost, stabile Schneedecken und eisige Hochdrucknächte prägten früher weite Teile Deutschlands. Doch dieses Bild stammt aus einer klimatischen Epoche, die zunehmend verblasst. Die Winter der letzten Jahre wurden merklich milder, und die einst typischen Kältephasen treten seltener und kürzer auf.
Die Gründe reichen von der allgemeinen Erwärmung des Klimas über veränderte Zirkulationsmuster bis hin zu einem geschwächten arktischen Kältereservoir. Der Januar, früher ein nahezu verlässlicher Garant für Winterwetter, zeigt sich im modernen Klima oft als wechselhafter, teils erstaunlich milder Monat. Diese Veränderung spiegelt sich auch in den langfristigen Analysereihen – und bildet den Hintergrund für die Frage, wie der kommende Januar 2026 ausfallen könnte.
Was sagt die aktuelle NOAA-CFS-Prognose? Ein Funken Hoffnung, aber klarer Trend
Der frische Lauf des CFS-Modells der NOAA liefert eine Prognose, die zwar kleine Signale für Winterfreunde enthält, insgesamt aber wenig Anlass zu Euphorie bietet. In den Vorwochen simulierte das Modell den Januar 2026 teils 1 bis 2 Grad über dem Klimamittel 1991–2020.
Nun liegt die berechnete Abweichung für Deutschland bei etwa +0,5 bis +1 Grad – eine leichte, aber spürbare Korrektur nach unten. Das bedeutet zwar weiterhin ein zu warmer Monat, lässt aber zumindest Raum für kurze Kältephasen, wenn die Großwetterlage kurzfristig kippt. Von einem dauerhaft winterlichen Januar kann jedoch keine Rede sein. Die großräumigen Muster bleiben überwiegend mild geprägt, typisch für die jüngeren Winter im europäischen Raum.
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Die klare Botschaft: Winter werden wärmer – trotz reißerischer Kälteversprechen
So sehr viele Titelseiten jedes Jahr den großen Kälteeinbruch herbeischreiben, die Datenlage bleibt eindeutig. Deutschlands Winter haben sich strukturell erwärmt. Längere Schneedecken im Tiefland, anhaltender Dauerfrost oder stabile Hochwinterlagen sind statistisch rückläufig.
Trotz des kleinen Hoffnungsschimmers in der aktuellen NOAA-Prognose muss man realistisch bleiben: Der klassische Januarwinter früherer Jahrzehnte ist heute eher Ausnahme als Regel. Als Diplom-Meteorologe beobachte ich diese Entwicklung mit Bedauern, weil seriöse Analysen weniger Aufmerksamkeit erzeugen als spektakuläre Schlagzeilen. Doch die nüchterne Wahrheit bleibt: Der Winter wandelt sich – und der Januar bildet da keine Ausnahme.
Rubriklistenbild: © US-Wetterdienst NOAA / CFS-Klimamittel
