Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Der Eispanzer rückt näher: Wettermodelle zeigen heftiges Kälte-Szenario und neuen Wintereinbruch

In Osteuropa herrscht sibirische Kälte. Wettermodelle zeigen Frostsignale für Deutschland. Steht uns eine eisige Phase? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Über der Ukraine, Russland bis nach Polen hat sich eine massive Kältezone aufgebaut. Dort sinken die Temperaturen teils auf minus 30 Grad, lokal sogar darunter. Diese eisige Luftmasse liegt nur wenige hundert Kilometer von Deutschland entfernt und sorgt bei Meteorologen für erhöhte Aufmerksamkeit. Verantwortlich ist eine stabile Hochdrucklage, die die kalte Kontinentalluft festhält und kaum Bewegung zulässt.

Megakälte direkt vor unserer Haustür: Erreicht sie Deutschland?

Solche Wetterlagen sind im Winter bekannt dafür, über längere Zeit bestehen zu bleiben. Entscheidend ist nun, ob sich die Strömung so verändert, dass diese Kälte nach Westen ausgreifen kann. Schon kleine Verschiebungen in der Großwetterlage reichen aus, um den Frost näher an Mitteleuropa heranzuführen. Die Nähe der extremen Kälte macht die Situation besonders brisant.

Erste Frostsignale für Deutschland: Wettermodelle zeigen Anzeichen für neuen Kälteeinbruch

Mehrere Wettermodelle zeigen inzwischen Anzeichen dafür, dass vor allem der Norden und Osten Deutschlands von anhaltender Kälte betroffen sein könnten. Besonders in der ersten Februarwoche tauchen Szenarien mit Dauerfrost auf. In diesen Regionen könnte sich die Kaltluft festsetzen, da sie dort kaum verdrängt wird.

Nächte mit zweistelligen Minusgraden wären möglich, vor allem bei klarem Himmel. Tagsüber würden die Temperaturen kaum über den Gefrierpunkt steigen. Ob Schnee fällt, ist noch unklar, denn auch trockene, aber sehr kalte Luft ist denkbar. Der Westen und Süden zeigen sich in den Prognosen deutlich weniger winterlich, was die Wetterlage zusätzlich kompliziert macht.

Wetterprognose für Deutschland: Unsicherheit zwischen Kälteschock und Winterende

Trotz der bedrohlichen Nähe der Kälte ist noch nichts entschieden. Ebenso gut könnte sich die Wetterlage kurzfristig drehen. Gelangen atlantische Tiefdruckgebiete stärker nach Mitteleuropa, würde die Kälte nach Osten zurückgedrängt. In diesem Fall wäre die aktuelle Entwicklung nur ein kurzer Wintervorstoß. Bleibt das Hoch jedoch stabil, könnte sich der Frost weiter ausbreiten. Genau diese Gegensätze sorgen derzeit für große Unsicherheiten. Der Eispanzer liegt nah, doch ob er Deutschland wirklich erreicht, entscheidet sich erst in den kommenden Tagen.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare