„Sicherheitslage angespannt“

IS droht mit Anschlägen auf Karneval – erste Events in Großstadt abgesagt

Islamisten propagieren im Netz Angriffe während der Karnevalszeit in Deutschland. Ein Barbetreiber aus Nürnberg, der namentlich erwähnt wird, reagiert.

Update vom 27. Februar, 9.04 Uhr: Auch der Kinderfasching am Rosenmontag wird in Nürnberg nach den IS-Drohungen nicht stattfinden. Zahlreiche Einrichtungen hatten ohnehin vorsorglich wegen Sicherheitsbedenken abgesagt, berichtet die Stadt. Anstelle der Veranstaltung werden jetzt Faschingspakete mit Krapfen und Punsch an die angemeldeten Einrichtungen verschickt.

Die Polizei spricht allerdings nach wie vor von keiner konkreten Anschlagsgefahr. Der große Faschingsumzug am Sonntag soll wie geplant stattfinden.

Erstmeldung vom 26. Februar, 14.25 Uhr: Nürnberg – In sozialen Netzwerken rufen Islamisten zu Anschlägen auf, unter anderem während des Kölner Karnevals. Laut eines Berichts der Bild ist auf einer Website der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) ein Plakat mit vier Anschlagszielen zu sehen: zwei in Köln, eines in Nürnberg und eines in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam.

Diese Veröffentlichungen sollen die Bevölkerung verunsichern, erklärte Martin Lotz, Einsatzleiter der Kölner Polizei für die Karnevalstage, der Deutschen Presse-Agentur. Das Einsatzkonzept werde jedoch erneut angepasst.

IS-Anschlagsdrohungen auf Fasching: Events in Nürnberg abgesagt – Bar wurde namentlich genannt

In Nürnberg zog ein Veranstalter erste Konsequenzen aus den Anschlagsdrohungen des IS. Die Afterparty des Vereins „Global Locals“ nach dem Faschingsumzug am Sonntag (2. März) wurde abgesagt. Denn: Die „Saigon Bar“, in der die bunte Feier hatte stattfinden sollen, wurde laut Nürnberger Nachrichten namentlich im IS-Aufruf genannt. Sicherheitshalber entschloss sich der Barbetreiber alle Faschingsveranstaltungen bis inklusive Aschermittwoch (5. März) zu canceln.

Eine Sprecherin der Polizei in Nürnberg sagt: „Wir haben keine Erkenntnisse auf konkrete Anschlagspläne oder eine konkrete Gefährdung. Das ändert nichts an unseren bisherigen Plänen.“

Nach IS-Anschlagsdrohungen sensibilisiert auch die Kölner Polizei ihre Einsatzkräfte nochmal, das Konzept wird angepasst.

Aus Sicherheitskreisen heißt es, dass die Aufrufe bekannt seien und ernst genommen würden. Dies entspreche der aktuellen Gefährdungsbewertung, die von einer abstrakt hohen Gefahr ausgehe. Solche Aufrufe über IS-Propagandakanäle seien nicht neu.

Drohungen zu Karneval: Polizei in Köln reagiert auf IS-Post – „angespannter als in den Vorjahren“

Der Kölner Einsatzleiter Lotz betonte: „Wir werden die Einsatzkräfte aufgrund des Posts noch einmal sensibilisieren und fortlaufend informieren.“ Die Polizei sei auf solche Entwicklungen vorbereitet, da die Sicherheitslage angespannter sei als in den Vorjahren.

Bereits in der Woche zuvor hatte die Kölner Polizei angekündigt, sich mit einem strengen Sicherheitskonzept auf die Karnevalstage vorzubereiten, insbesondere nach dem Anschlag in München und anderen Gewalttaten in Deutschland. Lotz hatte erklärt: „Die Sicherheitslage nach den Taten radikalisierter Einzeltäter ist angespannter als in den Vorjahren.“ So wurde beispielsweise Mitte Februar bereits der Fastnachtsumzug in Heidenheim wegen Sicherheitsbedenken gestrichen. Obwohl es keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne gebe, sei es umso wichtiger, auf alles vorbereitet zu sein.

Während der Karnevalstage plant die Kölner Polizei, bis zu 1500 zusätzliche Beamte einzusetzen. Der Straßenkarneval beginnt an diesem Donnerstag mit der Weiberfastnacht. (moe/dpa)

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/picture alliance/dpa

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