Vereine in Sorge

Angst nach München-Anschlag: Nächste Stadt sagt Faschings-Event ab

Der Fastnachtsumzug in Heidenheim wird nicht stattfinden. Bedenken hinsichtlich der Sicherheit nach dem Vorfall in München führen zur Stornierung.

Heidenheim – Nach dem Anschlag in München wurde der für Samstag (15. Februar) geplante Fastnachtsumzug in Heidenheim an der Brenz abgesagt. Diese Entscheidung gab der Heidenheimer Dienstleistungs- und Handelsverein (HDH) bekannt.

Fastnacht in Heidenheim abgesagt: Sorge nach München-Anschlag für Vereine zu groß

Laut der Mitteilung zogen zwölf von 14 beteiligten Vereinen ihre Teilnahme zurück. Der Grund sei der mutmaßliche Anschlag in München und die damit verbundene Sorge um die Sicherheit, erklärte der HDH. Der Alemannische Narrenring teilte auf Anfrage des SWR mit, dass keine weiteren Absagen von Fastnachtsveranstaltungen bekannt seien.

Einen ausgelassenen Fastnachtsumzug wie hier 2018 in Stuttgart wird es dieses Jahr in Heidenheim nicht geben.

Angst vor Anschlag während der Faschingszeit – aber keine Hinweise auf Bedrohung in Baden-Württemberg

Nach dem Vorfall in München sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU), dass den Sicherheitsbehörden in Baden-Württemberg keine konkreten Hinweise auf eine Bedrohung durch einen Anschlag vorlägen. „Das Innenministerium hat die Polizei im Land informiert und im Hinblick auf die Gefahren eines Anschlags nochmals sensibilisiert. Die Polizei hat auch – etwa in Stuttgart – die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.“

Die Behörden versuchen, das Motiv des 24-jährigen Afghanen, der in München fast 40 Menschen verletzte, zu klären. Sie vermuten derzeit einen islamistischen Hintergrund der Tat.

Sicherheitskonzepte für Faschingsvereine große Herausforderung

Für die Zünfte sei es eine enorme Herausforderung, ein Sicherheitskonzept für Veranstaltungen dieser Größenordnung zu entwickeln, sagte der Aulendorfer Zunftmeister dem SWR. Ein wesentlicher Aspekt seien sogenannte Terror-Sperren. In Aulendorf werden dafür Lastwagen eingesetzt. Eine Spedition stellt ihre Fahrzeuge bereit, die an strategischen Punkten platziert werden, um ungehindertes Einfahren auf das Festgelände oder in Umzugswege zu verhindern. Aus ähnlichen Gründen wurde der Rosenmontagszug in Marburg bereits abgesagt. (dpa/moe)

Rubriklistenbild: © Daniel Naupold/picture alliance/dpa

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