Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Seit über 120 Jahren nicht gemessen: Deutschland erlebt im November eine historische Wärmewelle

Seit über 120 Jahren war es im November nicht so warm: Und es folgt schon die nächste Wärmewelle – mit fast 20 Grad. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Deutschland erlebt derzeit ein Wetter, das eigentlich in den Hochsommer gehört. In Wernigerode im Harz wurde am Donnerstag mit 18,6 Grad der höchste Novemberwert seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1903 gemessen – also seit über 120 Jahren. Der alte Rekord aus dem Jahr 1955 mit 17,5 Grad wurde regelrecht pulverisiert.

Direkt aus der Sahara kommen nächste Woche neue Warmluftmassen in Deutschland an. Sie bringen sogar wieder Saharastaub mit.

Auch in vielen anderen Regionen lagen die Temperaturen rund zehn Grad über dem, was im November üblich ist. Am Mittwoch (5. November) wurden im Harz sogar bis zu 21 Grad gemessen. Die außergewöhnliche Wärme verdankt sich subtropischen Luftmassen, die aus Südwesten nach Mitteleuropa strömten – und sie sind offenbar noch nicht am Ende.

Wetter-Prognose für Deutschland: Nächste Wärmeblase aus der Sahara

Schon in der kommenden Woche kündigt sich die nächste „Wärmeblase“ an. Laut mehreren Wettermodellen erreicht ab Mittwoch (12. November) oder Donnerstag (13. November) erneut sehr warme Luft aus Nordafrika Deutschland. In rund 1500 Metern Höhe sollen die Temperaturen auf bis zu 15 Grad steigen – Werte, die im Sommer locker für über 30 Grad am Boden reichen würden.

Da die Sonne im November jedoch deutlich tiefer steht, bleibt es zwar etwas milder, doch mit 17 bis 19 Grad sind zur Monatsmitte wieder fast sommerliche Spitzen möglich. Besonders der Freitag, der 14. November, könnte an vielen Stationen neue Monatsrekorde bringen.

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Danach deutliche Abkühlung in Sicht

Nach der Wärme könnte es jedoch schnell in die andere Richtung gehen. Ab etwa dem 20. November deuten die Modelle eine markante Abkühlung an, die erstmals in diesem Herbst Schneefall bis in tiefere Lagen bringen könnte. Wie stark die Kälte ausfällt, ist noch unsicher – doch der Kontrast zum vorherigen „November-Sommer“ dürfte enorm sein.

Zuvor erreicht uns aber noch eine neue Ladung Saharastaub, die den Himmel milchig färbt und für spektakuläre Sonnenauf- und -untergänge sorgen dürfte. Der November zeigt sich also weiterhin von seiner extremen Seite – zwischen Sommerwärme und Wintervorboten.

Rubriklistenbild: © Uni Athen

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