Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Droht der Frosthammer zum Jahreswechsel? Wettermodelle mit überraschender Neujahrsprognose
Zum Jahreswechsel droht ein massiver Kälteeinbruch. Gleichzeitig geht der Dezember als Rekordmonat in die Statistik ein. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Die Aufmerksamkeit richtet sich zunehmend auf die Tage nach Weihnachten. Aktuelle Berechnungen des amerikanischen Wettermodells GFS der US-Wetterbehörde NOAA zeigen ein markantes Kälteszenario für Deutschland. Demnach könnten sich arktische Luftmassen zum Jahreswechsel weit nach Mitteleuropa ausbreiten. In den Nächten wären verbreitet Tiefstwerte von unter minus zehn Grad möglich, im Alpenvorland lokal sogar bis minus 20 Grad.
Auch tagsüber könnte es in einigen Regionen bei Dauerfrost bleiben. Das Wetter-Modell signalisiert zudem winterliche Niederschläge, was in vielen Landesteilen einen weißen Jahreswechsel bedeuten könnte. Noch ist diese Entwicklung nicht sicher, doch die Modellläufe zeigen wiederholt ähnliche Tendenzen. Entsprechend steigt die Spannung, ob sich der Winter tatsächlich mit Macht zurückmeldet.
Wetter-Wende zum Fest: Weihnachten markiert den Übergang zur kälteren Phase
Bereits zu den Weihnachtstagen selbst deutet sich eine Umstellung der Wetterlage an. Ein Hochdruckgebiet verlagert sich weiter nach Westen und macht damit den Weg frei für kältere Luftmassen aus nördlichen bis östlichen Richtungen. Die zuvor ungewöhnlich milden Temperaturen gehen deutlich zurück. Tagsüber werden vielerorts nur noch wenige Grad über null erreicht, nachts stellt sich verbreitet Frost ein.
Diese Phase könnte den Übergang von der langanhaltenden Dezembermilde hin zu winterlicheren Verhältnissen markieren. Ob es an den Feiertagen bereits für Schnee reicht, ist allerdings offen. Während das amerikanische Modell erste Schneesignale liefert, zeigt sich das europäische Wettermodell in Bezug auf Schneefälle weiterhin zurückhaltend.
Zweitwärmster Dezember trotz möglicher Kältewende
Bemerkenswert bleibt der extreme Kontrast zur bisherigen Witterung. Nach aktuellem Stand geht der Dezember als zweitwärmster seit Beginn der Messungen im Jahr 1881 in die Statistik ein. Bis mindestens zum vierten Advent dominierten milde Westlagen mit teils sehr hohen Temperaturen für die Jahreszeit. Frost, Schnee und winterliche Verhältnisse blieben über weite Strecken aus.
In den kommenden Tagen steigen zumindest regional die Chancen auf etwas Sonnenschein, bevor sich die Wetterlage allmählich ändert. Sollte sich das Kälteszenario zum Jahreswechsel bestätigen, würde der Winter innerhalb kürzester Zeit mit großer Intensität zurückkehren. Ob auch flächendeckender Schnee fällt, bleibt unsicher. Klar ist jedoch: Die letzten Tage des Jahres könnten wettertechnisch noch einmal äußerst spannend werden.
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