Kriminalität häuft sich
Freibad-Vorfälle eskalieren immer wieder – jetzt greift Betreiber durch
In einem Freibad in Rheinland-Pfalz häufen sich offenbar die Angriffe gegen Mitarbeiter. Die Gemeinde will zukünftig Konsequenzen für die Sicherheit ziehen.
Offenbach an der Queich – Im Queichtalbad in Offenbach an der Queich soll gegen Kriminalität und Respektlosigkeit von Besuchern vorgegangen werden. Immer wieder gibt es Berichte über respektloses Verhalten gegenüber anderen Gästen oder dem Personal.
Respektloses Verhalten im Freibad nimmt zu – Gemeinde geht dagegen vor
Die Gemeinde hat auf ihrer Website eine Erklärung veröffentlicht. Darin steht: „Gemeinsam für ein sicheres und respektvolles Miteinander im Queichtalbad.“ Der Schutz und die Gesundheit der Mitarbeiter liegen dem Betreiber besonders am Herzen. In letzter Zeit sollen sich die Probleme jedoch gehäuft haben: „Leider stellen wir in der laufenden Saison vermehrt fest, dass der Ton gegenüber unseren Beschäftigten deutlich rauer wird.“
Dies bedeute konkret, dass „unsere Mitarbeiter im Rahmen ihrer Tätigkeit immer wieder beleidigt, angegriffen oder respektlos behandelt werden. Insbesondere dann, wenn sie Gäste auf wichtige Regeln hinweisen oder auf die Einhaltung der Aufsichtspflicht gegenüber der eigenen Kinder aufmerksam machen.“ Die Gemeinde fordert die Besucher eindringlich auf, die Regeln zu beachten, da sie die Missachtung nicht länger tolerieren will.
Respektloses Verhalten gegen Freibad-Personal nimmt zu
Das Freibad in Offenbach an der Queich hat klare Regeln aufgestellt. Eine davon lautet: „Verhalten Sie sich respektvoll gegenüber unserem Personal.“ Beleidigungen, Beschimpfungen oder Bedrohungen sollen nicht weiter geduldet werden, ein Ausschluss vom Badebetrieb könnte die Folge sein. Eltern seien für die Aufsicht ihrer Kinder verantwortlich, da die Mitarbeiter diese Aufgabe nicht übernehmen sollen. Zudem müssen die Baderegeln zur Sicherheit aller beachtet werden, so die Gemeinde.
Der Betreiber des Queichtalbads berichtete auf Anfrage von IPPEN.MEDIA über einige Vorfälle, die zur Veröffentlichung des Artikels führten. In einem kürzlich aufgetretenen Fall habe ein Vater seine Aufsichtspflicht für sein Kind mehrfach vernachlässigt. „Das Kind musste gleich zweimal gerettet werden, während der Vater seine Bahnen geschwommen ist“, wurde berichtet. Da der Vater sein Fehlverhalten nicht einsehen wollte, erhielt er ein Hausverbot, dieses „konnte erst mithilfe der Polizei durchgesetzt werden.“
Immer mehr Straftaten in Schwimmbädern und an Badestellen registriert
Laut Betreiber gerieten Jugendliche häufig mit den Bademeistern in Konflikt. „Während es nach einer Ansage vom Bademeister früher noch Entschuldigungen oder zumindest Rückzieher gegeben hat, drohen heute bereits Jugendliche mit einem Anwalt und beharren auf ihre Rechte aufgrund des Kaufs einer Eintrittskarte“, erklärte der Betreiber. Um die Bademeister zu unterstützen, sei mittlerweile sogar ein Sicherheitsdienst vor Ort. Wegen Personalmangels sei es ansonsten schwierig, die Lage zu kontrollieren, weshalb bereits die Öffnungszeiten verkürzt werden mussten.
Berichten zufolge nimmt die Kriminalität in Freibädern zu. In Niedersachsen wurden im Jahr 2024 fast 1900 Straftaten in Schwimmbädern und Badestellen registriert, wobei fast die Hälfte Diebstahlsdelikte waren. Eine Sprecherin der Stadt Oldenburg bemerkte ebenfalls, „dass der Respekt gegenüber den Mitarbeitenden in den vergangenen Jahren immer weiter abgenommen hat.“ Auch dort wird die Aufsichtspflicht der Eltern oft vernachlässigt. In einem anderen Freibad eskalierte die Situation vor Ort jetzt sogar. (rd/dpa)
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