Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Irrsinn in Deutschland: Erst Rekordwärme mit 16 Grad – dann droht harte Kältephase bis Februar
Deutschland erlebt extreme Wetter-Wechsel. Nach Rekordwärme droht nun wochenlanger Frost bis Februar. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Nur eine Woche nach Sturmtief „Elli“ und dem damit verbundenen Wetter-Chaos zeigte der Südwesten Deutschlands ein fast frühlingshaftes Gesicht. In Emmendingen (Baden-Württemberg) wurden am Freitagnachmittag 16,1 Grad gemessen – ein neuer Rekord für einen 16. Januar seit Messbeginn 1975. Auch Freiburg meldete mit 15,7 Grad den wärmsten 16. Januar seit 1949, Baden-Baden stellte mit 15,5 Grad ebenfalls einen neuen Bestwert auf.
Verantwortlich war eine kräftige Südwestströmung, die sehr milde Luft nach Deutschland lenkte. Die Nullgradgrenze stieg ungewöhnlich hoch, Schneedecken verschwanden binnen Stunden, Böden tauten vollständig auf. Solche Werte sind selbst in milden Wintern selten und verdeutlichen die enorme Dynamik der aktuellen Wetterlage. Meteorologen sprechen von einer außergewöhnlichen Wärmewelle für Mitte Januar, die regional neue Maßstäbe setzte.
Wetter außer Kontrolle: Rekorde fallen, Schnee taut, dann droht massive Kälte-Phase
Auch im Norden und Osten stiegen die Temperaturen deutlich an, meist auf sieben bis acht Grad, was dort ebenfalls rasches Tauwetter auslöste. Ab Samstag (17. Januar) folgt jedoch die Kehrtwende. Hochdruckeinfluss bringt Hochnebel und Dunst, vor allem in Niederungen und Beckenlagen. Dort bleiben die Höchstwerte oft bei null Grad oder nur knapp darüber, während es auf den Höhen zeitweise milder ist.
Die Sonne zeigt sich vielerorts kaum, Inversionslagen verfestigen sich. Der schnelle Wechsel von Rekordmilde zu trübem Winter-Wetter macht die Gegensätze dieses Januars besonders auffällig und sorgt regional für eine spürbare Abkühlung.
Deutschland versinkt im Schnee: Die Bilder vom Wetter-Chaos im Januar




Winter-Comeback steht noch im Januar bevor
Die nächste Woche verläuft nach aktuellem Stand weitgehend trocken. Bis zum kommenden Wochenende (24. und 25. Januar) fällt in vielen Regionen kaum Niederschlag, die Trockenheit gewinnt an Bedeutung. Gleichzeitig sinken die Temperaturen Tag für Tag. Nachts gibt es häufig leichten bis mäßigen Frost, im Süden lokal bis minus zehn Grad.
Ab Donnerstag (22. Januar) kann sich auch im Osten tagsüber Dauerfrost einstellen. Mit Blick auf die letzte Januarwoche zeigen mehrere Wetter-Modelle Signale für eine markante Kälte-Phase. Möglich sind sieben bis zehn Tage mit durchgehendem Frost, teils begleitet von kleinen, aber intensiven Schneetiefs. Der Winter könnte damit in eine neue, deutlich eisigere Runde gehen.
Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com
