Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Winter vorbei? Von Eisregen auf 14 Grad – Deutschland droht massiver Wetterumschwung

Erst Eisregen, dann Frühlingsluft, dann womöglich erneut klirrende Kälte: Deutschlands Wetter schlägt Kapriolen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Aktuell erlebt Deutschland einen klassischen, aber dennoch eindrucksvollen Winterkonflikt. Während letzte Schneefälle und gefährlicher Eisregen vorwiegend den Osten von der Ostsee über Berlin und Brandenburg bis nach Sachsen treffen, setzt sich im Westen bereits deutlich mildere Luft durch. Besonders am Oberrhein zeigt das Lokalmodell ICON des Deutschen Wetterdienstes für den Dienstag (13. Januar) Temperaturen von 13 bis 14 Grad über Null, Werte, die eher an den März erinnern als an die zweite Januarhälfte.

Die Höchstwerte am Dienstag (13. Januar). Im Südwesten sind bis zu 13 oder 14 Grad möglich.

Auch wenn diese Spitze nur kurz anhält, markiert sie einen klaren Kontrast zum glatten und teils winterlichen Morgen im Nordosten. Dort bleibt es zunächst heikel, mit Glättegefahr bis in den Donnerstag hinein, ehe sich auch hier langsam eine leichte Entspannung andeutet.

Zwischen Glatteis und Frühlingsgefühlen: Milde Phase mit klarer regionaler Spaltung

Im weiteren Verlauf der Woche bleibt das Wetter insgesamt ruhiger, aber keineswegs einheitlich. Während der Nordosten mit Temperaturen um ein bis drei Grad eher kühl bleibt, liegen die Werte im Südwesten und in großen Teilen des Landes meist zwischen vier und acht Grad. So warm wie am Dienstag wird es allerdings kaum noch einmal. Diese milde Phase ist typisch für einen West- bis Südwestwetterlagen-Einfluss im Januar und lässt vielerorts die Frage aufkommen, ob der Winter damit seinen Höhepunkt bereits überschritten hat. Doch gerade diese trügerische Ruhe ist es, die erfahrene Meteorologen aufmerksam werden lässt, denn der Winter hat statistisch noch lange nicht aufgegeben.

Droht ab Sonntag die kalte Rückkehr des Winters?

Spannend wird der Blick auf die kommenden Tage ab Sonntag (18. Januar). Mehrere Wettermodelle deuten einen erneuten Kaltluftvorstoß aus Nordosten an. Vor allem rund um die Ostsee, in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Berlin und Brandenburg könnte es wieder zu Dauerfrost kommen, begleitet von möglichen Schneefällen. Der Rest des Landes würde davon vermutlich nur abgeschwächt betroffen sein und eher im leicht positiven Temperaturbereich bleiben. Dennoch zeigt sich: Der meteorologische Winter hat zur Halbzeit Mitte Januar noch viel Potenzial. Besonders der Februar ist bekannt für markante Kaltlufteinbrüche. Ob es auch in diesem Jahr dazu kommt, bleibt offen, doch die Wetterlage bleibt alles andere als langweilig.

Rubriklistenbild: © www.wetterzentrale.de

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