Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Kälte-Schock nach Herbststurm: Jetzt kommt der erste Schnee bis unter 1000 Meter

Nach dem Sturm rauscht eisige Höhenluft heran – und plötzlich tanzen Schneeflocken bis in mittlere Lagen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Was für eine Wetterwoche! Nach den kräftigen Herbststürmen am Donnerstag (23. Oktober) und Freitag (24. Oktober) dreht sich die Strömung und mit ihr das Wetter radikal. Auf der Rückseite des Tiefs strömt arktische Höhenluft nach Deutschland und sorgt für einen markanten Temperatursturz. In der Folge sinkt die Schneefallgrenze deutlich – zunächst auf rund 1000 Meter, später sogar noch tiefer.

Nach Durchzug des Sturms am Donnerstag (23. Oktober) und Freitag (24. Oktober), wird es auf der Rückseite des Tiefs deutlich kälter. Daher ist es am Samstag (25. Oktober) in der Höhe über Deutschland deutlich kälter. Die Schneefallgrenze sinkt.

Besonders von Sonntag (26. Oktober) auf Montag (27. Oktober) könnten in Mittelgebirgslagen zwischen 500 und 700 Metern erstmals in dieser Saison nasse Schneeflocken fallen. Damit kündigt sich der erste flächige Wintergruß der neuen Saison an – und das mitten im Oktober. Für viele Regionen wäre das der tiefste Schneefall seit mehreren Jahren, denn ähnlich weit herunterreichte die weiße Pracht zuletzt 2021 oder 2020.

Wetter im Oktober: Schnee bis in tiefe Lagen ein seltenes Schauspiel

Schnee im Oktober ist kein außergewöhnliches Ereignis, doch die Schneefallgrenze sinkt nicht jedes Jahr so tief. In den höheren Mittelgebirgen gehören erste Flocken um diese Zeit fast zum Standard, in tieferen Lagen unter 1000 Metern hingegen bleibt das ein seltenes Schauspiel. Meteorologisch hängt ein solcher Frühwintergruß weniger mit der kommenden Wintersaison zusammen, sondern mit kurzzeitigen Wetterlagen. Entscheidend sind kalte Höhenluft und die richtige Feuchteverteilung – und genau das ist jetzt der Fall. Die oft verbreitete Meinung, ein früher Schnee sei ein schlechtes Zeichen für den Winter, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Ob ein Winter mild oder schneereich wird, hängt nicht vom Datum der ersten Flocken ab, sondern von der großräumigen Zirkulation – also Faktoren wie Atlantiktiefs, Polarwirbel und ENSO.

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Winterstimmung statt Winterurteil

Die kommenden Tage bringen also reichlich Wetterdramatik: Sturm, Temperatursturz und dann vielleicht die ersten weißen Flocken bis in die Mittelgebirge – das volle Herbst-Winter-Programm. Wer in höheren Lagen wohnt, kann sich auf kurzzeitige Schneeschauer freuen, während im Flachland wohl eher kalter Regen fällt. Trotzdem: Der erste Schnee hat Symbolkraft – er läutet die kalte Jahreszeit ein und sorgt für die passende Stimmung. Ein schlechtes Omen für den Winter ist das aber keineswegs. Im Gegenteil: Früh einsetzende Kaltluftphasen können ein Hinweis auf eine lebhafte, wechselhafte Wintersaison sein.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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