Kolumne vom Meteorlogen Dominik Jung

Jetzt kippt der Oktober in eine völlig andere Richtung – und das ist nicht ohne

Nach dem ruhigen Oktoberwetter rauscht jetzt eine nasse Westlage heran – mit Dauerregen und Staulagen in den Mittelgebirgen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Zehn bis vierzehn Tage lang war es ruhig über Deutschland. Hochdruckgebiete namens Sieglinde und Rita hatten das Wetter fest im Griff und sorgten für trübe, aber stabile Bedingungen. Zwischen zähem Nebel, grauem Himmel und gelegentlichen Sonnenfenstern passierte – meteorologisch gesehen – nicht viel. Doch diese Ruhephase geht nun mit lautem Donnerknall zu Ende.

Im Verlauf der kommenden Woche wird es nass. In Deutschland, aber auch in Europa generell.

Am Wochenende (18. und 19. Oktober) zeigt sich das Wetter zwar noch einmal von seiner etwas freundlicheren Seite, mit kühlen Nächten und sonnigen Momenten, aber die Idylle trügt. Ab Montag übernimmt Tiefdruck das Kommando. Eine westliche Strömung bringt feuchte Atlantikluft nach Deutschland und läutet den nächsten Wetterabschnitt ein – und der hat es in sich.

Regen statt Ruhe: Der Westen wird zum Schwamm Deutschlands

Bereits zu Wochenbeginn (20. Oktober) ziehen die ersten kräftigen Regenfelder von Westen herein. Besonders betroffen sind die klassischen Staulagen in den Mittelgebirgen: Sauerland, Eifel, Hunsrück, Taunus und der Pfälzer Wald. Dort können sich die Wolken anstauen und über Stunden hinweg ergiebige Niederschläge bringen. Zwischen Montag und Freitag sind dort bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter möglich – regional auch mehr.

Auch der Schwarzwald wird zum Hotspot des nassen Herbstes, wo örtlich Starkregen droht. „Statt trüb und grau bekommen wir nun nass und grau“, könnte man sagen – und das trifft den Kern. Wer also in diesen Regionen wohnt, sollte Regenschirme, Gummistiefel und Geduld bereithalten. Die Flüsse werden anschwellen und auf den Straßen drohen Pfützen und Aquaplaning.

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Osten weniger betroffen – aber das große Regenfinale kommt

Im Osten Deutschlands bleibt es zunächst etwas ruhiger. Zwar erreichen auch hier Regenfelder den Himmel über Sachsen, Brandenburg und Thüringen, doch die Intensität ist deutlich geringer. 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter bis Freitag sind dort realistischer. Trotzdem wird es auch hier ungemütlich, denn mit der feuchten Luft sinken die Temperaturen, und der Herbst zeigt seine kühle, windige Seite.

Zum Monatsende hin könnte sich das Ganze noch einmal zuspitzen: Neue Tiefs über dem Atlantik schicken immer neue Schübe feuchter Luft nach Deutschland. Besonders im Westen und Südwesten sind bis zu 100 Liter Niederschlag bis Monatsende möglich – das ist fast so viel wie sonst im ganzen Monat Oktober. Der goldene Oktober ist damit endgültig Geschichte. Deutschland rutscht in seine nasse Herbsthälfte – und die könnte uns noch bis weit in den November begleiten.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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