Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wetter-Prognose: Schneesturm rauscht auf Deutschland zu – Ein Tag mit hohem Chaospotenzial

Ein Sturmtief, Schneestürme und Glättegefahr sorgen für Nervosität. Neue Modellläufe deuten auf einen anhaltenden Winter hin. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Die Großwetterlage zeigt sich außergewöhnlich angespannt. Vom Atlantik greift ab Donnerstagnachmittag (8. Januar) ein kräftiges Sturmtief auf Mitteleuropa über und versucht, mit milderen Luftmassen gegen die winterliche Kälte anzulaufen. Doch diese Attacke wirkt fragil.

Spannende Wettergrenze über Deutschland: Am Freitag (9. Januar) noch eisig kalt im Osten, aber im Westen schon leichte Plusgrade.

Die Modellläufe vom Montagmorgen (5. Januar) haben die zuvor diskutierte nachhaltige Milderung deutlich relativiert. Stattdessen zeichnet sich ein Szenario ab, bei dem die warme Luft nur kurzzeitig und regional begrenzt vorankommt. Besonders der Südwesten könnte vorübergehend in tiefen Lagen Regen erleben, während der Nordosten eisig bleibt. Diese scharfen Temperaturgegensätze erhöhen das Risiko für gefährliche Wettererscheinungen erheblich. Schon geringe Verschiebungen der Zugbahn entscheiden dabei über Schneechaos oder nasse Entspannung in vielen Regionen, mit erheblicher Unsicherheit bis zum Freitag.

Wetter-Prognose für Deutschland: Freitag mit hohem Chaospotenzial

Am Freitag (9. Januar) selbst droht die kritischste Phase. Im Westen sind stürmische bis schwere Sturmböen möglich, besonders im Saarland, in Rheinland-Pfalz sowie in Teilen von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Gleichzeitig nimmt der Wind im Norden stark zu, dort fällt Schnee, teils mit Schneeverwehungen. Im Westen kann der Niederschlag vorübergehend als Regen bis in höhere Lagen fallen, was auf gefrorenem Untergrund massive Glättegefahr erzeugt.

Genau diese Mischung aus Sturm, Schnee und Regen verleiht der Lage enormes Chaospotenzial für Verkehr, Infrastruktur und Einsatzkräfte. Schon kleine Verzögerungen, Sperrungen und Unfälle könnten sich regional rasch zu Kettenreaktionen auswachsen, während Prognosen sich kurzfristig weiter ändern und Planungen für alle erschweren werden.

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Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
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Winter nach dem Sturm keineswegs vorbei

Nach dem Sturm ist vor dem Winter. Die Rückseite des Tiefs könnte bereits zum Samstag wieder deutlich kältere Luft heranführen, mit Schnee bis in tiefe Lagen. Mehrere Berechnungen deuten darauf hin, dass sich die Kälte in der kommenden Woche sogar festsetzen kann. In vielen Landesteilen wäre dann Dauerfrost möglich. Von einem nachhaltigen Winterende ist damit nichts zu sehen.

Vielmehr spricht einiges dafür, dass sich der Winter nach dem Sturmtief erneut verschärft. Die weitere Entwicklung bleibt hoch spannend, denn kleine Details entscheiden über Frostserie oder kurze Atempause. Für Bevölkerung und Behörden heißt das: erhöhte Aufmerksamkeit und flexible Vorbereitung in den kommenden Tagen ohne falsche Entwarnung oder Panik. Sogar in der Wüste hat es kurz vor Weihnachten geschneit.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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