Kolumne vom Meteorologen von Dominik Jung

Schnee zu Weihnachten? Diese Regionen haben laut aktuellen Wetter-Modellen noch Chancen

Schnee zu Weihnachten bleibt selten, doch aktuelle Modelle zeigen regionale Chancen. Bittere Kälte und Ostwind inklusive, während Deutschland ein ungewöhnlich frostiges Fest erlebt. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Nach den derzeitigen Modellläufen konzentrieren sich die realistischen Chancen auf Schneeflocken rund um Heiligabend klar auf den Süden und Osten. In Teilen von Bayern und Baden-Württemberg reicht die Kaltluft bis in tiefere Lagen, sodass bei passender Niederschlagsphase nasser Schnee oder kurze Schneedecken möglich sind.

Am 1. Weihnachtsfeiertag ist es in Deutschland in diesem Jahr deutlich kälter als im Vergleich zu den vergangenen Jahren.

Auch Bereiche von Sachsen und Thüringen liegen im Übergangsbereich zwischen trockener Kälte und schwachen Frontresten. Für Brandenburg und Berlin bleibt es eine knappe Rechnung, bei der Timing und Intensität entscheidend sind. Flächendeckender, langlebiger Schnee ist jedoch selbst dort eher unwahrscheinlich. Entscheidend bleibt dabei stets, ob überhaupt Niederschlag fällt.

Kälte statt Weihnachtstauwetter – Temperaturen fallen auf bis zu minus 10 Grad

Abseits der wenigen Schneechancen steht vor allem die Kälte im Fokus. Mit einer strammen Ostströmung fließt kontinentale Luft ein, die sich besonders nachts bemerkbar macht. In der Nacht vom ersten auf den zweiten Weihnachtstag fallen die Temperaturen verbreitet auf minus fünf bis minus zehn Grad. Der Wind verstärkt den Kälteeindruck zusätzlich, sodass sich die gefühlten Werte deutlich tiefer anfühlen. Damit erlebt Deutschland eines der frostigsten Weihnachtsfeste seit Jahren, auch ohne flächendeckende Schneedecke. Vor allem in windoffenen Lagen verschärft sich die Kälte spürbar.

Ostkomponente sorgt für frostige Weihnachten in Deutschland

Bemerkenswert ist die Konstellation auch im klimatologischen Kontext. Der Dezember gehört trotz der aktuellen Abkühlung weiterhin zu den mildesten seit Beginn der Messreihen im Jahr 1881 und liegt nur knapp hinter dem Rekord. Umso größer ist der Kontrast zu einem Weihnachtsfest, das sich ungewöhnlich winterlich anfühlt. Ursache ist weniger eine klassische Nordlage, sondern die anhaltende Ostkomponente, die trockene, kalte Luft heranführt. Diese sorgt für klare Nächte, starken Frost und eine eher spröde Winteratmosphäre.

Schnee bleibt dabei das seltene Extra, während die Kälte selbst das eigentliche Ereignis dieses Weihnachtswetters darstellt. Für viele Regionen bedeutet das vor allem eisige Nächte und ruhiges Hochdruckwetter, das winterliche Gefühle weckt, auch wenn weiße Landschaften meist ausbleiben. Das prägt die Feiertage deutlich.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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