Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Prognose für Weihnachten fällt ernüchternd aus – ein Szenario ist aber nicht ausgeschlossen
Die Modelle zeigen milde Signale und viele Winterfreunde fürchten das Schlimmste für Weihnachten. Doch eine mögliche Wende bleibt im Spiel. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Die jüngsten Ausblicke der NOAA und vor allem des CFS-Modells zeichnen ein wenig winterfreundliches Bild für die Dezembermitte und die Tage bis kurz vor Weihnachten. Viele Wetterbeobachter reagieren ernüchtert, weil sich die milden Trends, die bereits seit Wochen angedeutet wurden, nun recht klar abzeichnen.
Tatsächlich zeigen zahlreiche Ensembleläufe für Mitteleuropa anhaltende Westlagen, die milde Luftmassen vom Atlantik heranführen könnten. Das drückt statistisch betrachtet die ohnehin geringe Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten in den meisten Regionen weiter nach unten. Allerdings muss man berücksichtigen, dass der Zeitraum um den 20. bis 26. Dezember modelltechnisch regelmäßig zu den unsichersten des gesamten Winters gehört.
Der November als Beispiel für abrupte Wetterwechsel
Der Blick zurück macht Mut. Im November zeigte sich eindrucksvoll, wie schnell ein dominierend mildes Muster kippen kann. Die erste Monatshälfte verlief ungewöhnlich warm, doch innerhalb weniger Tage setzte ein markanter Umbruch ein, der Kaltluft aus Norden und Osten nach Mitteleuropa führte. Genau solche plötzlichen Veränderungen bleiben auch im Dezember möglich. Selbst wenn großskalige Muster auf milde Tendenzen hinweisen, können kurzlebige Blocking-Phasen entstehen, die kalte Luft heranlenken. Dies gilt besonders dann, wenn die Nordhemisphäre insgesamt hohe Dynamik zeigt und der Polarwirbel zeitweise an Stabilität verliert.
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Was heißt das nun für die Chance auf weiße Weihnachten?
Die Wahrscheinlichkeit auf flächendeckend weiße Weihnachten bleibt aus klimatologischer Sicht ohnehin gering, und die aktuelle Prognoselage drückt diesen Wert zusätzlich. Dennoch ist das Rennen noch nicht entschieden. Entscheidend werden die Entwicklungen in der Woche unmittelbar vor Heiligabend sein, denn Winterszenarien ergeben sich in Mitteleuropa häufig erst binnen weniger Tage. Ein erneuter Kälteeinbruch, ähnlich wie im November, ist also nicht ausgeschlossen. Geduld ist daher weiterhin gefragt, denn die Atmosphäre hat auch in einem milden Grundmuster das Potenzial, im richtigen Moment winterliche Überraschungen zu liefern.
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