Kolumne vom Meteorlogen Dominik Jung
Jetzt kommt Bewegung in die Atmosphäre – Wetterlage stellt sich komplett um
Hoch „Sieglinde“ verabschiedet sich – jetzt übernehmen Atlantiktiefs. Der goldene Herbst kippt, und mit ihm kommt sintflutartiger Regen bis nach Deutschland. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm - Seit Tagen bestimmt Hoch „Sieglinde“ das Wetter über Mitteleuropa. Kaum Wind, viel Nebel und Hochnebel, dazu milde Temperaturen – ein typischer, aber ausgesprochen stabiler Oktober. Diese Ruhephase steht nun kurz vor dem Ende. Schon zu Beginn der kommenden Woche schwächt sich „Sieglinde“ deutlich ab und zieht langsam nach Osten ab.
Damit öffnet sich die Tür für atlantische Tiefdruckgebiete, die bislang erfolgreich abgeblockt wurden. Meteorologen sind sich einig: Die Wetterlage kippt grundlegend. Statt stabilem Herbsthoch übernimmt eine aktive Westströmung mit deutlich feuchterer und kühlerer Luft. Der Übergang dürfte rasant verlaufen – und er bringt Wetterextreme mit sich.
Dauerregen in Westeuropa, Deutschland gerät in den Randbereich
Besonders Westeuropa steht vor einem massiven Niederschlagsereignis. Von der Iberischen Halbinsel über Frankreich bis zu den Britischen Inseln werden in den kommenden zehn Tagen teils enorme Regenmengen simuliert – regional zwischen 200 und 300 Litern pro Quadratmeter. In den Gebirgen drohen Überschwemmungen, Hangrutsche und über die Ufer tretende Flüsse. Auch Belgien, die Niederlande und Luxemburg geraten zunehmend unter Tiefdruckeinfluss.
Deutschland liegt am östlichen Rand dieser Wetterzone, doch besonders der Westen und Südwesten dürften nicht verschont bleiben. Bis Ende Oktober sind dort 80 bis 120 Liter Regen pro Quadratmeter realistisch. Nach Wochen mit kaum nennenswerten Niederschlägen ist das ein gewaltiger Kontrast – und potenziell ein Problem, falls die Böden das Wasser nicht schnell aufnehmen können.
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Herbstwetter mit Wucht: Wind, Regen und Temperatursturz
Mit dem Durchzug der atlantischen Tiefs stellt sich das Wetter komplett um. Statt grauer Ruhe und milder Temperaturen kommt Bewegung in die Atmosphäre. Die Luft wird feuchter und deutlich kühler, die Temperaturen sinken vielerorts auf 10 bis 14 Grad. Gleichzeitig frischt der Wind spürbar auf, an den Küsten und in den Mittelgebirgen sind Sturmböen möglich.
Das ruhige Hochdruckwetter der letzten Wochen ist damit Geschichte. Der Herbst zeigt seine ungestüme Seite – nass, windig, turbulent. Für die Natur bedeutet das immerhin eine dringend nötige Wasserauffrischung, doch für alle, die den goldenen Oktober genossen haben, endet jetzt eine ungewöhnlich lange Schönwetterphase. Mit dem Abzug von Hoch „Sieglinde“ kippt der Herbst – und das gewaltig.
Nach dem ruhigen Herbst könnte der Advent turbulent werden. Wettermodelle zeigen Anzeichen für eine aktive Westlage.