Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Modelle deuten bereits jetzt an – Konkretes Wetter-Szenario rückt für den Winter in den Fokus

Spaziergänger laufen bei Sturmflut am Ufer der Wesermündung in Bremerhaven entlang.
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Kippt die ruhige Wetterlage ausgerechnet zum Start in den Advent? Langfristwettermodelle rechnen schon bald mit stürmischen Zeiten.

Nach dem ruhigen Herbst könnte der Advent turbulent werden. Wettermodelle zeigen Anzeichen für eine aktive Westlage. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Während Hoch Sieglinde im Oktober noch für ruhiges und trockenes Wetter sorgt, braut sich über dem Nordatlantik allmählich etwas zusammen. Erste Modellläufe deuten auf eine Verstärkung der Westströmung ab Mitte bis Ende November hin. Das bedeutet: Zwischen Grönland und den Britischen Inseln beginnt der Luftdruck zu fallen, und kräftige Tiefdrucksysteme könnten sich auf den Weg Richtung Europa machen.

Diese Entwicklung ist typisch für die Jahreszeit – doch in diesem Jahr könnte sie besonders ausgeprägt ausfallen. Grund dafür ist ein ungewöhnlich starker Temperaturkontrast zwischen der warmen Luft über Südeuropa und der immer kälter werdenden Arktis. Solche Gegensätze befeuern den Jetstream – jenen Höhenwind, der die Zugbahn der Tiefdruckgebiete bestimmt. Gerät der Jetstream in Schwung, folgt ein Tief dem nächsten – und Mitteleuropa landet mitten in einer aktiven Westlage. Doch auch wenn das Wetter schlecht wird, kann man tolle Ausflüge unternehmen.

Was die Wetter-Modelle zeigen – Anzeichen für stürmischen Advent

Die neuesten Langfristläufe des ECMWF- und GFS-Modells lassen erkennen, dass sich Ende November eine markante Umstellung anbahnt. Während sich das Hochdruckwetter über Mitteleuropa abschwächt, nimmt die Tiefdruckaktivität über dem Atlantik deutlich zu. Dabei könnten mehrere Sturmtiefs den Weg nach Deutschland finden – zunächst in abgeschwächter Form, später womöglich auch kräftiger.

Noch sind diese Signale nicht sicher, aber die Tendenz ist klar: Der Druckunterschied zwischen Island und den Azoren verstärkt sich, was meteorologisch als „positive NAO-Phase“ bezeichnet wird. Eine solche Wetterlage sorgt meist für milde, aber windige Westwetterphasen – ideal für Sturmserien, wie wir sie zuletzt im Winter 2013/2014 oder 2020/2021 erlebt haben.

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Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
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Milder, aber windiger Advent – welches Wetter uns bevorstehen könnte

Sollte sich diese Westlage etablieren, würde der Dezember mild, nass und windig starten. Das würde den Trend des zu warmen Herbstes fortsetzen, aber gleichzeitig für mehr Bewegung am Himmel sorgen. Besonders die Nordhälfte Deutschlands könnte häufiger von Sturmtiefs oder Orkanböen betroffen sein, während der Süden eher Regen und Föhn erlebt.

Ein echter Wintereinbruch wäre in einem solchen Szenario erst einmal vom Tisch – stattdessen drohen turbulente Tage mit Sturmwarnungen und starkem Regen. Die genaue Entwicklung hängt davon ab, wie sich der Jetstream in den kommenden Wochen positioniert. Sollte er direkt über Mitteleuropa verlaufen, wäre der Weg frei für einen stürmischen Jahresausklang. Die Ruhe des goldenen Oktobers dürfte dann schnell vergessen sein. Ein Wetter-Experte hatte nicht an den goldenen Oktober geglaubt.

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