Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Hochdruckloch bringt Wetter in Deutschland zum Stillstand: Doch 2. Advent kündigt Wendung an

Im östlichen Mittelmeer drohen Unwetter, während Deutschland in einer ungewöhnlich ruhigen Hochdruckzone verharrt. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Deutschland erlebt in dieser Woche eine fast reglose Hochdrucklage, die weite Teile des Landes trocken hält. Während rund um uns herum das Wetter tobt, bleibt hierzulande kaum etwas übrig von den dynamischen Systemen, die Europa beschäftigen. Im östlichen Mittelmeerraum drohen teils schwere Regenfälle mit Mengen bis zu 100 Litern sowie lokale Unwettergefahren, begleitet von kräftigem Wind und intensiven Hebungsprozessen.

Die Regensummen bis zum 2. Advent (7. Dezember). Um Deutschland herum wird es ziemlich nass.

Auch in Westeuropa ziehen verbreitet Regengebiete durch, doch Deutschland liegt genau im Zentrum einer stabilen Hochdruckzone, die Niederschlag weitgehend blockiert. Nur der äußerste Westen bekommt zeitweise schwache Signale ab, während der Rest des Landes bis zum zweiten Advent (7. Dezember) in einem trockenen Ruhegebiet verbleibt.

Wetter-Prognose: Trockenheit fördert die Bildung markanter Kaltluftseen

Gerade weil es in Deutschland so ruhig und trocken bleibt, entstehen ausgeprägte Kaltluftseen. Ohne Wolken und Wind kann die nächtliche Auskühlung ungehindert voranschreiten, sodass kalte Luft in Mulden, Flusstälern und Senken absinkt und dort liegen bleibt.

Diese kalten Bereiche erwärmen sich tagsüber nur gering, da fehlende Luftbewegung die Schichtung nicht durchmischt. Inmitten Europas wetteraktiver Regionen bildet sich so ein stilles, frostiges Kerngebiet, das durch die beständige Hochdrucklage stabilisiert wird. Der Kontrast zu den windigen und nassen Gebieten ringsum zeigt sich besonders deutlich: Während dort lebhafte Luftmassentransporte stattfinden, herrscht in Deutschland nahezu Stillstand.

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Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
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Ein Tornado über dem Gardasee.
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Zum Wochenende Bewegung in der Wetterküche

Erst zum Wochenende (6. und 7. Dezember) beginnt das Hochdruckgebilde nachzugeben, da mildere und feuchtere Atlantikluft vordringt. Dadurch werden die hartnäckigen Kaltluftseen allmählich aufgelöst, und die Temperaturen steigen verbreitet leicht an. Gleichzeitig nähert sich eine schwache Tiefdruckzone, die zumindest im Westen etwas Regen bringen kann.

Im Vergleich zu den intensiven Niederschlägen im Mittelmeerraum bleibt die Wetterumstellung hier jedoch moderat. Dennoch bedeutet sie einen Schritt heraus aus der trockenen Starre, die Deutschland diese Woche geprägt hat, und bringt wieder mehr Dynamik ins großräumige europäische Wettergeschehen. Derweil zeigen Wetter-Modelle eine eiskalte Weihnachtsüberraschung.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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